86 › Titelthema Rund um das Thema Kaiserschnitt gibt es zahlreiche Studien, die mögliche Folgen für Mama und Kind untersucht haben. Wir stellen einige an dieser Stelle vor. Eine britische Studie von 2019 mit 600 Neugeborenen zeigte, dass vaginal geborene Kinder ein besseres Mikrobiom haben, das heißt ihr Darm war mit mehr Bakterien besiedelt, die für das Immunsystem wichtig sind. Der Grund: Bei einem Kaiserschnitt entfällt für das Kind der Weg durch den vaginalen Geburtskanal und es kommt nicht mit den dortigen Bakterien in Berührung. Ein weiterer Grund könnte die prophylaktische Antibiotikagabe bei einem Kaiserschnitt sein, die eine Entzündung der Bauchwunde verhindern soll. Allerdings ist hier der Zusammenhang zwischen kindlicher Darmflora und mütterlichen Antibiotika noch nicht sicher belegt. Eine niederländische Studie von 2022 mit 120 Säuglingen hat den Einfluss der Geburt auf das kindliche Immunsystem anhand von Impfreaktionen im ersten Lebensjahr gemessen. Demnach zeigten vaginale entbundene Kinder eine stärkere Immunantwort auf die Impfungen als Kaiserschnittkinder. Das bestätigt den positiven Einfluss einer natürlichen Geburt auf das kindliche Immunsystem. Mehrere Studien zeigen außerdem, dass viel Hautkontakt zwischen Mutter und Kind Dumm, dick und krank durch Kaiserschnitt? Das sagt die Wissenschaft zu den Spätfolgen der operativen Entbindung Fachkompetenz ganz in Ihrer Nähe. Das Elbe-Elster MVZ steht für eine wohnortnahe medizinische Versorgung – persönlich, kompetent und zuverlässig. Bei uns finden Sie: hausärztliche und allgemeinmedizinische Versorgung weitere Fachbereiche unter einem Dach kurze Wege und wohnortnahe Betreuung kompetente Ansprechpartner für Ihre Gesundheit Alle Praxen auf einen Blick: www.ee-klinikum.de sowie Stillen das kindliche Mikrobiom positiv beeinflussen – auch bei Kaiserschnittkindern. Immer wieder liest man, eine Kaiserschnitt-Geburt habe einen negativen Einfluss auf die spätere Intelligenz der Kinder. Hinreichend belegt ist das nicht. Eine australische Studie von 2017 untersuchte knapp 3.700 Kinder von der Geburt bis ins Grundschulalter. Dabei schnitten die Kaiserschnitt-Kinder tatsächlich etwas schlechter ab in Kompetenzen wie Rechnen, Lesen, Schreiben und Grammatik. Allerdings sagen die Autoren auch: Es ist nicht klar, ob die unterschiedlichen Ergebnisse ursächlich mit dem Geburtsmodus zusammenhängen. Eine 2019 veröffentlichte Analyse der Techniker Krankenkasse zeigt, dass Kaiserschnitt-Kinder in den ersten Lebensjahren häufiger an Atemwegsinfekten, Magen-Darm-Erkrankungen und Entwicklungsstörungen wie ADHS leiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie daran erkranken, ist um 6 bis 9 Prozent erhöht im Vergleich zu spontan entbundenen Kindern. Eine in diesem Jahr veröffentlichte Metastudie, die mehr als 20 Studien ausgewertet hat, zeigt, dass eine Kaiserschnittentbindung zu einem höheren Risiko für Übergewicht bis hin zu Fettleibigkeit bei den Kindern führt. Demnach ist das Risiko etwa 18 Prozent höher als bei Kindern, die auf natürlichem Weg geboren wurden. Berück-
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