„Kinder sind einfach ehrlich“

Datum: Freitag, 01. April 2016 07:17

Interview mit Schauspielerin und Kinderbuchautorin Diana Amft


Mit ihrer Rolle als Gretchen Haase in der Arztserie „Doctors Diary“ lieferte Diana Amft so etwas wie das deutsche Pendant zu Greys Anatomie. Mit ihrer nett verpeilten Art und ihrer Natürlichkeit erspielte sie sich nicht nur ein großes Publikum, sondern auch viele Preise. Inzwischen schreibt sie sich auch als Kinderbuchautorin in die Herzen einer deutlich jüngeren Fanschar – mit den liebevollen Büchern über die kleine Spinne Widerlich. Im aktuellen Buch erblickt Mini-Spinni die Welt, die kleine Spinne Widerlich bekommt also ein Geschwisterchen. Wir sprachen mit Diana Amft über ihr viertes Spinnenbuch und die wachsende Familie:

 

Welche Bedeutung hat für Sie das Schreiben von Kinderbüchern inzwischen im Vergleich zur Schauspielerei erlangt?
Das Schreiben von Büchern ist ja etwas komplett anderes. Als Kinderbuchautorin habe ich eine Leidenschaft entdeckt, die mir seit mittlerweile fünf Jahren eine große Freude bereitet. Das Schreiben hat eher als Hobby angefangen, aber ich habe schnell gemerkt, wie sehr ich darin aufgehe. Es hat mich schon etwas überrascht, dass das erste Buch gleich ein kleiner Bestseller wurde. Natürlich bin und bleibe ich von Beruf Schauspielerin, aber meine Autoren-Seite nimmt immer mehr Raum ein.

 

Ihr Vater war Hausmeister, das ist sicher ein Job mit wenig Spinnenliebe. Was sagt der eigentlich zu Ihren Büchern?
Mein Papa ist jetzt in Rente, aber er und meine ganze Familie finden die Bücher über die kleine Spinne Widerlich großartig. Die Resonanz ist wirklich toll und er wurde auch viel darauf angesprochen. Apropos Spinnenliebe: ich glaube, dass mein Buch tatsächlich schon vielen Spinnen das Leben gerettet hat. Wenn man die Figuren einmal ins Herz geschlossen hat, dann fällt es einem umso schwerer, einer realen Spinne ein Leid zuzufügen.

 

Haben Sie wirklich konkrete Rückmeldungen, dass jemand sagt: „Diese Spinne hast du gerettet!“?
Auf jeden Fall! Es gibt ganz verschiedene Reaktionen: Auf der einen Seite kontaktieren mich Eltern, die das Buch ihren Kindern vorgelesen haben. Sie beschweren sich mit einem Schmunzeln, dass sie die Spinnen jetzt vorsichtig nach draußen setzen müssen, weil die Kinder nicht möchten, dass ihnen ein Beinchen gekrümmt wird. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Anrufe von Eltern, die selbst große Angst vor Spinnen hatten und diese Angst durch das Vorlesen ablegen konnten. Ist das nicht toll, da werden Eltern therapiert und Kinder zu kleinen Spinnenfreunden! Ich habe selbst immer noch etwas Angst vor Spinnen – deshalb ist das Buch ja damals auch entstanden – aber die Auseinandersetzung hat auch bei mir viel bewirkt.

 

Ihre kleine Spinne Widerlich hat eine recht illustre Familie. Sie stammen selbst aus einer kinderreichen Familie, haben einige Charaktere aus Widerlichs Familie auch Parallelen zu Ihrer eigenen? Nein, das ist tatsächlich eine total andere Welt. Es fällt mir auch einfacher, Geschichten komplett zu erfinden. Man merkt dann, dass sich die Charaktere fast wie von selbst entwickeln. So kommen mit jedem Buch auch neue Figuren hinzu, die zumindest in meinen Augen manchmal ein erstaunliches Eigenleben führen. Beim Schreiben fühle ich mich oft wie ein gebannter Zuschauer, das macht Spaß. Was kinderreiche Familien angeht, freue ich mich auch bei der kleinen Spinne Widerlich über reichlich Familienzuwachs. Es gibt sie jetzt nämlich auch als Kindergarten-Freundebuch, Babyalbum und Familienplaner für die Wand.