Trautes Heim, Glück allein

Datum: Montag, 30. September 2019 12:04


Ein Ratgeber rund um gesundes Wohnen mit Kindern

Wir verbringen den Großteil unseres Alltags zu Hause, vor allem mit Baby. Umso wichtiger ist es, dass sich die ganze Familie dort wohl fühlt und die Kinder dort bedenkenlos spielen können. Daher geben wir auf den folgenden Seiten Familien jede Menge Tipps rund um das Zuhause – vom Einfluss der Inneneinrichtung auf das Wohlbefinden, über nachhaltige Saubermacher ohne Chemie bis hin zu simplen Tricks für gute Raumluft.

Innenarchitektur: Feng Shui
Eine der ältesten Lehren für harmonische Wohneinrichtungen kommt aus dem asiatischen Raum. Feng Shui geht davon aus, dass es enge Wechselwirkungen von Raum und Mensch gibt. Hauptziel von Feng Shui ist es, Wohnung, Haus oder Garten so einzurichten, dass die Lebensenergie Chi möglichst frei durch alle Räume fließen kann, was wiederum Körper, Geist und Seele der Bewohner guttut. Wer seine Wohnräume nach den Regeln des Feng Shui einrichtet, so die Lehre, der fühlt sich wohl und geborgen. Dabei sorgen die richtige Auswahl von Möbeln und Materialien und ihre richtige Positionierung im Raum für Harmonie. Die Methoden und Möglichkeiten bei Feng Shui sind so vielfältig und komplex, dass wir an dieser Stelle nur auf ein paar einfache und schnell umsetzbare Tipps verweisen wollen.

Beim Feng Shui geht es vor allem darum Gegenpole (Yin und Yang) und die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser in ein Gleichgewicht zu bringen und so die Wohnumgebung zu harmonisieren. Beispielsweise brauchen eckige Räume runde Möbel und weiche fließende Stoffe. Dunkle Räume werden mit hellen Akzenten ausgestattet, Küchen mit vielen Geräten aus Metall brauchen Möbel oder Accessoires aus Holz. Kanten und Ecken an Möbeln und in Zimmern sollten reduziert oder kaschiert werden, beispielsweise mit einer Tischdecke oder einem Vorhang.

Ordnung begünstigt den Fluss der Lebensenergie, unaufgeräumte oder voll gestellte Ecken dagegen behindern ihn, ebenso wie ungenutzte Wohnbereiche. Licht ist ebenfalls wichtig für die Harmonie von Körper und Seele. Wo das Tageslicht nicht ausreicht, sollten Räume oder dunkle Ecken mit passender Beleuchtung erhellt werden. Das Kinderzimmer sollte ausreichend Platz zum Spielen bieten, am besten in der Zimmermitte. Für Wände, Vorhänge und Möbel eignen sich sanfte, helle Farben.

Typische nach Feng Shui eingerichtete Wohnungen nutzen Accessoires wie Klangspiele, Windfänger oder Zimmerbrunnen. Auch Zimmerpflanzen und natürliche Deko wie Steine, Stöcker, Wurzeln oder Muscheln sind geeignet.

Weniger ist mehr: Aufräumkönigin Marie Kondo
Gerade in Familien spielt das Thema Ordnung und Aufräumen eine große Rolle. Während man mit Kleinkindern im Haushalt an allen Orten der Wohnung unbeabsichtigt auf Spielzeugautos und Bausteine tritt, verlagern die größeren Kinder das kreative Chaos ins eigene Kinderzimmer.

Wir geben an dieser Stelle ein paar Tipps für mehr Ordnung im Kinderzimmer und in allen anderen Räumen. Die wichtigste Regel lautet: weniger ist mehr. Kinderzimmer, die vor Spielsachen förmlich überquellen, sind schwerer in Ordnung zu halten. Das gilt auch für den Rest der Wohnung. Je weniger Dinge wir besitzen, desto leichter lassen sie sich verstauen. Zur Perfektion ausgestaltet wird diese goldene Regel von Aufräum-Königin Marie Kondo. Die Japanerin füllt mit ihrem Ordnungsprinzip TV-Sendungen, Bestseller und nun auch noch eine Netflix-Serie.

Hier einige Marie-Kondo-Regeln für mehr Überblick in Schränken und Regalen:

  • Trennen Sie sich radikal von nicht oder selten benutzten Dingen. Auch Dinge, an denen Sie emotional hängen, sollten Sie versuchen zu reduzieren.
  • Ordnen Sie Dinge in Kategorien (Textilien, Papier, Elektrogeräte, …) und bewahren Sie Dinge einer Kategorie nah beieinander auf.
  • Falten statt Stapeln: Textilien wie Kleidung, Decken, Handtücher werden so gefaltet, dass sie nicht knicken und im Schrank wenig Platz wegnehmen. Der Schrank wirkt übersichtlicher und einzelne Teile lassen sich unkompliziert herausnehmen,
  • Sortieren Sie Gegenstände stehend ein und nicht liegend, das nutzt den vorhandenen Raum optimal aus und schafft Platz. Das gilt für gefaltete Socken ebenso wie für Tablettenpackungen oder gerollte Handtücher.
  • Rechteckige Kisten und Boxen sind effektiver als runde Behälter, da sich in ihnen mehr unterbringen lässt.


Die meisten Kinder werden diese Tipps wenig beeindrucken. Daher folgen hier noch einige Ratschläge, wie man Ordnung im Kinderzimmer schafft und dem Nachwuchs ein wenig Ordnungssinn mit auf den Weg gibt:

  • Vorbild sein: Wenn die Eltern eher chaotisch veranlagt sind und in der Wohnung viel herumliegt, dann werden die Kinder ebenfalls kein großes Interesse daran zeigen, dass in ihrem Zimmer alles aufgeräumt ist.
  • Ordnungsverständnis fördern: Ordnung ist ein sehr erwachsenes Konzept. Wenn Kinder ihr Spielzeug in ihrem Zimmer verteilen, ist das für sie normal, aber nichts Negatives oder etwas, das man ändern müsste. Mit der Aufforderung „Räum bitte auf“ können sie nicht viel anfangen. Kinder müssen das Prinzip von Ordnung und Chaos erst lernen und brauchen dafür die Unterstützung der Eltern.
  • Beim Aufräumen helfen: Je kleiner die Kinder, desto mehr Unterstützung brauchen sie. Daher sollte man das anfangs mit den Kindern gemeinsam machen. Zudem helfen den Kindern konkrete Anweisungen. Statt „Räum dein Zimmer auf“, brauchen sie Sätze wie: „Leg die Bausteine zurück in die Kiste, räum die Bücher ins Regal.“ Wenn Kinder Freunde zu Besuch haben, dann kann man sie bitten mit aufzuräumen, bevor sie wieder nach Hause gehen.
  • Aufräumen erleichtern: Kinder können ihr Spielzeug dann allein wegräumen, wenn alles einen festen Platz hat und die Kinder diese Plätze gut erreichen können. Kisten in unterschiedlicher Größe eignen sich ideal, um für Ordnung zu sorgen: eine für die Bausteine, eine für die Fahrzeuge, eine für die Kuscheltiere. Kleinen Kindern können Bilder auf der Kiste beim Wegräumen und Wiederfinden helfen.
  • Regelmäßig aussortieren: Je weniger Spielzeug im Zimmer ist, desto leichter lässt sich Ordnung halten. Da das Spielzeug mit der Zeit naturgemäß immer mehr wird, sollte man Spielsachen (und übrigens auch Kleidung) regelmäßig aussortieren. Spielzeug, für das der Nachwuchs zu groß geworden ist, kann man weggeben. Anderes kann man für eine Weile wegschließen und nach ca. einem halben Jahr wieder hervorholen. Da ist es auf einmal auch wieder interessant.
  • Aufräumregeln festlegen: Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln fürs Aufräumen fest, zum Beispiel: Bevor ein neues Spiel begonnen wird oder neues Spielzeug aus dem Regal genommen wird, muss das nicht mehr gebrauchte weggeräumt werden. Oder man einigt sich darauf, dass tagsüber kreatives Chaos erlaubt ist und abends gemeinsam aufgeräumt wird. Bei Jugendlichen hat man nicht mehr so viel Einfluss, sollte aber doch auf ein Minimum an Regeln bestehen, z.B. keine Lebensmittel ins Zimmer oder einmal wöchentlich/ monatlich Grundreinigung.
  • Ausnahmen ermöglichen: Keine Regel ohne Ausnahme, das gilt auch fürs Aufräumen. Wenn das Kind den ganzen Tag an einer tollen Burg gebaut hat oder eine Bude errichtet hat, dann sollte es die auch etwas länger stehen lassen dürfen. Wenn nach einem langen Tag mal die Zeit fehlt, dann kann man die Aufräumaktion um einen Tag verschieben.