Was ist los im Himmel?

Datum: Mittwoch, 30. Oktober 2013 20:44


Einen Abschiedsbrief schreiben
In den meisten Familien werden Kinder mit dem Tod eines Menschen konfrontiert, wenn Oma oder Opa nicht mehr da sind. Das ist nicht mit dem Tod eines geliebten Haustieres zu vergleichen. Doch die bereits gemachten Erfahrungen können nun durchaus bei der Trauerbewältigung helfen. Auch die Großeltern sind nicht einfach so eingeschlafen. Sie waren alt und vielleicht auch nicht mehr gesund und sind nun für immer von uns gegangen. Das ist für Kinder besonders schwer zu verstehen. Nie wieder Omas selbstgemachte Kekse naschen oder auf Opas Schoß sitzen. Umso wichtiger ist das Abschied nehmen. Viele Eltern versuchen, ihre Kinder abzuschotten und nehmen sie nicht als ebenfalls Trauernde wahr. Doch auch Kinder können trauern. Eine gute Trauerbewältigung ist ein Abschiedsbrief. Mit Hilfe der Eltern können sich Kinder an ihre verstorbenen Großeltern wenden und ihnen sagen, wie traurig sie jetzt sind und dass sie Oma oder Opa sehr lieb hatten. Es kann auch ein Bild gemalt werden. Kinder haben viele Erinnerungen an die Zeit, an der noch alles normal war. Das können sie jetzt alles aufmalen.

Trauerfeier ist kein Tabu für Kinder
Die Trauerfeier ist grundsätzlich kein Tabu für Kinder. Das Alter der Kinder allein kann nicht die Frage beantworten, ab wann man den Kindern die Trauerfeier zutrauen kann. Den meisten Kindern ab fünf Jahren kann dies in ihrer Trauerbewältigung helfen. Die Eltern müssen dies selbst einschätzen. Es ist nicht schlimm zu fragen, ob nicht lieber sie den Abschiedsbrief und das Bild beilegen sollen. Es ist gut, darüber zu reden. Entscheiden sollten aber die Kinder. Wenn die Kinder an der Trauerfeier teilnehmen wollen, dann sollten sie behutsam darauf vorbereitet werden. Kindern sind die Trauerrituale fremd, sie haben viele Fragen. Warum sind alle Leute schwarz angezogen oder warum muss man ganz still sein, wenn der Trauerredner spricht? Für Kinder ist vieles nicht selbstverständlich. Eltern können den Kindern die Unsicherheit nehmen, indem sie in einfacher Sprache erklären, warum man den Sarg in der Erde vergräbt und was in einer Urne ist. Dabei sollten die Kinder nicht mit unnötigen Details belastet werden. Ganz wichtig ist es, die Kinder aktiv in die Vorbereitung der Trauerfeier einzubeziehen. Sie können die Blumen mit aussuchen oder vielleicht sogar den Blumenkorb halten, aus dem die Trauergäste die Blumen nehmen. Dabei darf nie vergessen werden, die Kinder in einer Trauerfeier nicht allein zu lassen. Eine vertraute Bezugsperson sollte stets
in der Nähe des Kindes sein und Trost spenden. Es kann auch hilfreich sein, den Trauerredner im Vorfeld zu bitten, die jüngsten Anwesenden der Trauerfeier in seine Ansprache mit einzubeziehen.

KerzeWie sage ich es meinem Kind?
Doch was, wenn der Tod aus heiterem Himmel über uns hereinbricht, wenn er keine Zeit lässt, uns auf ihn vorzubereiten? Unverhofft trifft er uns dann mit all seiner brutalen Wucht. Wenn ein Geschwisterkind stirbt, dann können die Eltern Halt und Unterstützung geben. Um so unvorstellbarer erscheint es, einem Kind zu erklären, dass Mama oder Papa nie wieder da sein werden. Es gibt wohl nichts Schlimmeres. Jetzt kommt es auf Nähe und ruhige Worte an. Das Kind wird merken, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht wundert es sich über die Augenringe oder die zittrigen Hände. Worte wie „Weißt du noch wie traurig du warst, als du dein Kuscheltier verloren hast“ stimmen das Kind darauf ein, dass es eine traurige Nachricht gibt. Das Kind braucht jetzt viel Nähe. Eine feste Umarmung gibt dem Kind ebenso Kraft wie dem Erwachsenen. Kinder können ihre eigene Trauer sehr gut verstecken. Auch wenn das Kind scheinbar ruhig und gelassen aufnimmt, was ihm soeben ins Ohr geflüstert wurde, so kann der Schmerz unendlich tief sitzen. Darum sollte man dem Kind helfen, die eigene Trauer zu verarbeiten. Das Kind wird Fragen zum Tod stellen. Diese Fragen müssen ehrlich und altersgerecht beantwortet werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sich das Kind eigene Erklärungen zusammenreimt, die möglicherweise Fehlinterpretationen sind. Rückfragen verleihen dem Kind das Gefühl, dass seine Fragen ernst genommen werden und es dafür noch nicht zu klein ist. Für das Kind ist die Situation neu und unbekannt. Aber auch sie müssen lernen, mit schmerzlichen Empfindungen zu haben. Das können sie nur von den Erwachsenen lernen. Dabei können Erwachsene den Kindern helfen, indem sie den Gefühlen Worte verleihen. Sätze wie:„Das macht dich sehr traurig und deswegen musst du weinen“, helfen kleinen Kindern, ihre Emotionen besser zu verstehen und später selbst auszudrücken. Die eigene Trauer muss nicht vor dem Kind verborgen werden. Es ist nicht schlimm, vor dem Kind zu weinen. Es merkt so am besten, wie traurig man selbst ist. Sollten Eltern dazu nicht in der Lage sein, können sie einen anderen Erwachsenen bitten, mit dem Kind zu sprechen und ihm zuzuhören. Für Kinder ist es einfacher, ihre Gefühle zuzulassen, wenn es auch die Erwachsenen tun. Sie lernen mehr von ihren Eltern, als diese meist glauben.