„Windeln und Co.“ – ein Einblick in das Chaos der Möglichkeiten

Datum: Donnerstag, 29. August 2019 07:09

 

Das „Sauberwerden“ lässt viele Eltern sicher einige graue Haare bekommen. Ratgeber beschreiben nicht selten einen beschwerlichen Weg von der Windel zum Töpfchen und schließlich zur Toilette. Aber beginnen wir mal von vorn. Wenn wir Windel sagen, denken wir noch am Ehesten an Wegwerfwindeln von Pampers und Co. Gibt es nur diese Möglichkeit? Zwischen verschiedenen Wegwerfwindeln zu wählen? Was können vergleichsweise Stoffwindeln, um sie als wertvolle Alternative zu sehen? Und weitergedacht: Brauchen Babys überhaupt Windeln, oder können sie gänzlich windelfrei aufwachsen? Die Ansichten über den besten Weg des Trockenwerdens gehen weit auseinander. Die Vielfalt an Möglichkeiten macht es nicht einfacher, sich entscheiden zu können, aber was ist denn nun gängig?

Seit den 1970er-Jahren werden Einmalwindeln in Deutschland vertrieben. Eine Zeit, in der Männer immer mehr in der Erziehung der Kinder mithelfen und ihre Kleinsten demnach auch öfter wickeln. Mit der Einwegwindel wurden Mullwindeln abgelöst. Die Wegwerfwindel ist simpel in der Handhabung, lässt sich unkompliziert entsorgen und ist mittlerweile gängig. Sie ist einfach, es gibt sie überall und vor allem ist die Einwegwindel gesellschaftlich anerkannt.
Doch die Gesellschaft verändert sich. Immer mehr Menschen denken heute über ein umweltfreundliches Leben und den Schutz natürlicher Ressourcen nach. Diesen Trend sieht man auch an Windeln. Schaut man sich die Einwegwindeln an, stößt man auf Inhaltstoffe aus Kunststoffen wie Superabsorber und Polypropylen. Umweltunfreundliches Plastik, welches bis zu 500 Jahre benötigt, um vollständig abgebaut zu werden. Es geht auch anders, denn mittlerweile findet man bei Herstellern von Ökowindeln wie Moltex, Babycare, Naty und Lillydoo umweltfreundlichere Alternativen. Statt Plastik enthalten Sie beispielsweise Maisstärke, um vor dem Auslaufen der Windel zu schützen.
In der Herstellung geht es mit Stoffwindeln noch umweltfreundlicher. Sie sind waschbar und erzeugen wenig bis keinen Müll. Wickelte man Kinder in den 70er Jahren in einer tuchartigen Windel, benötigt man nun keine komplexe Technik mehr. Windelsysteme, die den Wegwerfwindeln überaus ähnlich sind, kann man unter Stoffwindeln finden. Man hat die Auswahl zwischen Falt-, Binde- Einlage-, System- und Höschenwindeln. Namenhafte Hersteller wie Windelmanufaktur, Bambino Mio, Totsbots und Co. setzen durch Stoffe wie Wolle und Polyurethanlaminat auf Nachhaltigkeit. Ein weiterer Vorteil: Kinder, die Stoffwindeln tragen, merken, wenn sie sich entleeren und bekommen ein Bewusstsein dafür, so heißt es. Befürworter haben das Gefühl, dass ihre Kinder schneller sauber werden, als Kinder in Wegwerfwindeln. Stoffwindeln sind zudem atmungsaktiver. Bei verschiedenen Vorteilen der Stoffvariante bemängeln Kritiker vor allem den erhöhten Wasser- und Stromverbrauch und die preisintensive Anschaffung einer Windel. Während man weniger waschbare Stoffwindeln benötigt als bei der Einwegvariante, ist der Wasser- und Stromverbrauch ein entscheidendes Contra-Argument.

Befasst man sich genauer mit dem Thema Alternativen, stößt man schnell auf das „Abhalten“ und windelfrei durch den Kinderalltag. Eine Methode, in der Eltern lernen, auf die Signale der Babys zu achten und sie über Toilette, Töpfchen, Badewanne, einer Wiese, etc. zu heben, damit sie sich entleeren können.

Um nun herauszufinden, welche Variante für einen selbst die Beste ist, muss man sich genau belesen, rechnen und selbst zu einer Entscheidung kommen. Eine gute Hilfestellung und einen ersten Überblick bietet hier Babywissen.com:

https://www.babywissen.com/windeln-test/

Finden Sie Ihren Weg und lassen Sie sich nicht von anderen Meinungen beirren. Sie werden lernen, was für Sie und Ihr Kind das Richtige ist.
Die regionalen Netzwerke Gesunde Kinder haben Kontakte zu Hebammen und Beraterinnen zum Thema Windeln, wickeln und Co. und können diese gern vermitteln. Nehmen Sie bei Fragen rund um das Thema Kontakt mit Ihrem lokalen Netzwerk auf.

Quellen:

www.babywissen.com/windeln-test/ 

www.rubbelbatz.de/stoffwindeln-test/ 

www.kindermode-forum.de/windel-ratgeber 

www.blog.bazonline.ch/mamablog/index.php/69267/aufwachsen-ganz-ohne-windeln/ 

www.utopia.de/ratgeber/alternativen-zu-pampers-stoffwindeln-oekowindeln/