Wie Phönix aus dem Kohlestaub

Datum: Montag, 28. September 2020 12:34

Eine Milliardeninvestition läutet den Lausitzer Wandel ein.

Es war ein echter Gänsehautmoment, als im September gleich zwei Vorstände der Deutschen Bahn (DB), zwei Bundesminister und zwei Ministerpräsidenten in Cottbus anreisten, um das erste konkrete Zukunftsvorhaben für den Lausitzer Wandel zu verkünden. Unter dem Projekttitel „Phönix“ soll am Standort des traditionellen DB-Instandhaltungswerks in Cottbus binnen sechs Jahren Europas modernstes Bahnwerk entstehen. Dabei wird nicht nur auf eine Karte gesetzt, sondern ein bahnbrechendes Werk in einer ungekannten Breite und mit einem wahren Innovationssprung errichtet. Für drei Geschäftsfelder werden bis 2026 drei Bauwerke entstehen. Neben einer Produktion kommt endlich auch die für Wertschöpfungsketten so wichtige Forschung und Entwicklung in die Region:

Hybridhalle: Das Werk Cottbus erhält eine neue Hybridhalle und wird als einziges Werk Deutschlands die schwere Instandhaltung von Hybridzügen verantworten; es wird ebenso als einziges Werk im Land Diesel- zu Hybridloks umrüsten.

ICE-Werkstatt: In Cottbus wird die schwere Instandhaltung von Elektrotriebzügen durchgeführt werden. Das heißt: Hier werden ICE-Züge gewartet, repariert, von Grund auf modernisiert und umgebaut – vor allem der ICE 4. Hierfür wird ein neues Werk gebaut.

Verwaltungs- und Technologiezentrum: Hier wird es Büroflächen für das DB-Zentrum für Hybridforschung und -entwicklung geben, außerdem ein Trainings- und Servicezentrum mit Lehrwerkstätten. Für die Mitarbeiter entstehen eine Kita und ein Parkhaus.

Mit dem Neubau von ICE-Werk, Hybridhalle und Technologiezentrum wird Cottbus innerhalb weniger Jahre zum wichtigsten und modernsten Bahnwerk Europas aufsteigen. Das Werk wird nicht nur das größte und modernste Instandhaltungswerk im Gesamtgefüge der DB, es wird mit Sensorik, Robotik und künstlicher Intelligenz ein Vorreiter der Industrie 4.0 – insbesondere die ICE-Wartung geschieht in einer neuen Dimension, wenn ganze Züge in die mehr als 400 Meter lange Halle einfahren werden. Weil der Verkehr auf der Schiene zunehmen wird, wächst auch die Fernverkehrsflotte der DB beständig – Cottbus wird der Schlüssel für den steigenden Instandhaltungsbedarf und somit die Pünktlichkeit und den Erfolg des Bahnkonzerns.

Der Fahrplan

Baubeginn für alle drei Teile des neuen Werkes soll 2023 sein. Bereits im Jahr 2026 soll der Betrieb starten. Bis 2026 werden 1.200 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, davon ca. 100 Ausbildungsplätze – allesamt hochwertige Industriearbeitsplätze. Ein Imagefilm, der zum Startschuss präsentiert wurde, ist wirklich großes Kino für die Lausitz und wird vielen Menschen Gänsehaut und die dringend nötige Zuversicht verschaffen.

Das Zukunftsgleis

Das Cottbuser Werk ist dabei nur ein Puzzle in der Strukturstärkung der Lausitz durch die DB. Der Ausbau der Schienenanbindungen ist ebenso ehrgeizig: Die Strecken nach Berlin und nach Dresden, nach Leipzig und nach Görlitz, nach Guben und nach Forst werden in den nächsten Jahren elektrifiziert, ausgebaut und modernisiert. Künftig soll die Strecke Berlin-Cottbus-Weißwasser-Görlitz sogar per ICE versorgt werden.

Es geht endlich los! Das Bild vom Phönix aus der Asche, es dürfte sich für künftige Generationen in der Lausitz zum weiß-roten Phönix verändern, der aus dem Kohlestaub aufstieg und den Wandel der Lausitz zu einer Gewinnerregion einläutete. Wir sollten jetzt aufhören, uns nur nach innen zu freuen.

Video anschauen, Gänsehaut bekommen, Zuversicht tanken!