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Tipps zum Ranzenkauf und zum Finden der passenden Nachhilfe
Erfahrungsgemäß beginnen viele Familien nach den Winterferien mit der Suche nach dem neuen Begleiter für das kommende Schuljahr. Und so passt es gut, dass der jährliche Schulranzenmarkt von Rotec in Cottbus bereits Ende Februar zum Stöbern und Anprobieren einlädt. Vom 26. bis 28. Februar werden hunderte Modelle für alle Altersgruppen präsentiert, inklusive Zubehör von der Federtasche bis zum Sportbeutel.
Beim Kauf sollten Eltern einiges beachten. Dem Kind ist beim ersten Ranzen vor allem das Motiv wichtig. Doch neben Optik spielt die Rückengesundheit eine große Rolle, weiß Dr. Steffen Sola, Wirbelsäulenexperte in den Sana Kliniken Niederlausitz. Er hat einige Tipps parat, um Rückenschäden bei Schulanfängern zu vermeiden. Denn häufig sind die Ranzen zu schwer oder die Gurte falsch eingestellt. Das kann kurzfristig zu einer ungünstigen Körperhaltung führen und langfristig zu Problemen wie Rundrücken, Schulterhochstand oder Fußfehlstellungen.
Tipps für gesunde Kinderrücken
Am wichtigsten, so der Sana-Experte, ist das Gewicht des Ranzens. Es gibt eine Faustregel, an der sich Eltern orientieren können: Ein Kind sollte nicht mehr als 15 Prozent seines Körpergewichts auf dem Rücken tragen. Wenn ein Kind 25 Kilogramm wiegt, sollte der komplett gefüllte Ranzen höchstens 3,5 kg wiegen – also Bücher, Trinkflasche und Brotdose inklusive. Wenn das Kind zum Schulstart noch sehr klein und zierlich ist, können Eltern über den Kauf eines Leichtgewichts mit weniger als 1 kg Eigengewicht nachdenken. Klassische Schulranzen wiegen im Schnitt zwischen 1 und 1,5 kg.
Wichtig ist außerdem, dass der Ranzen gut sitzt und beim Kind nicht drückt. Dazu sollte er über gepolsterte, breite und verstellbare Schultergurte verfügen. Bei Schulanfängern sorgt ein zusätzlicher Hüft- und Brustgurt für mehr Stabilität. Auch am Rücken sollte der Ranzen gut gepolstert sein. Viele Modelle haben innen mehrere Fächer. Damit wird das Packen nicht nur leichter, sondern das Gewicht verteilt sich besser im Ranzen. Dabei gilt: Schwere Dinge wie Bücher kommen nach ganz hinten, so dass sie direkt am Rücken getragen werden.
Ein guter Ranzen ist nicht breiter als die Schultern des Kindes, beim Tragen endet er oberhalb vom Gesäß und oben auf Schulterhöhe. Die Gurte nützen nur, wenn sie optimal eingestellt sind. Brust- und Hüftgurt sollten geschlossen sein, die Schultergurte nicht zu eng am Hals anliegen. Viele Modelle wachsen mit, bei ihnen sind nicht nur die Gurte verstellbar, sondern auch das Rückenteil. Das Kind sollte den Ranzen vor dem Kauf unbedingt anprobieren und probetragen. Daher raten wir an dieser Stelle ganz klar vom Online-Shopping ab. Hier lohnt es sich, ein paar Euro mehr auszugeben und die persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen.
Und was ist mit Ranzentrolleys, die gezogen werden statt auf dem Rücken getragen? Dazu hat Sana-Experte Steffen Sola Bedenken: Diese können unter Umständen eine einseitige Belastung verursachen. Sie kommen nur in Frage, wenn das Kind dauerhaft viel Gewicht transportieren muss – zum Beispiel ein Musikinstrument oder Sportausrüstung. Positiver Nebeneffekt bei einem gut eingestellten, nicht zu schweren Ranzen: Das regelmäßige Tragen auf dem Schul- und Heimweg stärkt die Rückenmuskulatur.
Bleibt die Frage nach dem Motiv: Hier müssen Eltern einen Kompromiss finden zwischen dem, was dem Kind gefällt, und ergonomischen und Sicherheitsaspekten. Allerdings ist die Auswahl sehr groß – auch bei guten Modellen. Wichtig sind ausreichend Reflektoren, damit das Kind auch bei Dunkelheit im Straßenverkehr gut gesehen wird.
Schulstart in Sachsen und Brandenburg
Wenn nach den Winterferien die Schule wieder startet, wird ein Problem weiterhin fast alle Schulen in der Lausitz betreffen: zu wenig Lehrkräfte, zu viel Ausfall. Zwar werden an einigen Grundschulen bald geburtenschwächere Jahrgänge eingeschult, so dass die Kinderzahlen zurückgehen. Aktuell aber braucht es weitere Maßnahmen für eine bessere Unterrichtsversorgung.
In Brandenburg müssen Lehrkräfte aus diesem Grund ab Februar eine Wochenstunde mehr unterrichten. Allerdings sollen dafür andere Aufgaben wegfallen, so dass sich die Gesamtwochenarbeitszeit nicht erhöht. Ausgenommen sind Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung und sogenannte Brennpunktschulen. Die Gewerkschaften hatten im Vorfeld lautstark gegen die Neuregelung protestiert. Laut Bildungsminister Steffen Freiberg ist das von den Gewerkschaften angedrohte Chaos ausgeblieben. Weniger als ein Prozent der Lehrkräfte habe einen Antrag auf Teilzeit gestellt. Knapp 50 Lehrkräfte wurden an andere Schulen versetzt, wenn es wegen der Mehrarbeit zu viele Lehrkräfte an einer Schule gab.
Ein weiteres Problem, das den Minister, aber auch Schulen und Familien beschäftigt: Gewalt an Schulen. Nachdem Eltern einer Cottbuser Grundschule einen Brandbrief wegen mehrerer gewalttätiger Vorfälle veröffentlicht hatten, haben der Bildungsminister und Innenminister Wilke erste Maßnahmen und einen Cottbus-Gipfel im Frühsommer angekündigt. So sollen Migranten besser auf die Kreise und Kommunen verteilt werden, um die Integration zu erleichtern und die Entstehung von Brennpunkten zu verhindern. Zudem sollen Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen wie Tadel, Klassenwechsel oder Schulverweis schneller und einfacher umgesetzt werden.
Auch in Sachsen steht man weiter vor dem Problem des Lehrkräftemangels – zumindest im ländlichen Raum. Während es in den Großstädten Dresden und Leipzig an einzelnen Schulen bereits Einstellungsstopps gibt, suchen viele Schulen in der Lausitz händeringend Lehrkräftenachwuchs. Das Land setzt weiter auf Abordnungen und ermöglicht Teilzeitarbeit nur noch in Ausnahmefällen.
Dass das nötig ist, zeigt ein Blick auf die Statistik. In Südbrandenburg sind im vergangenen Schuljahr fast 80.800 Unterrichtsstunden ersatzlos ausgefallen, besonders stark betroffen waren die Förderschulen. Dort sind im zweiten Schulhalbjahr 2024/25 knapp sechs Prozent der Stunden ersatzlos ausgefallen, in Cottbus lag der Wert sogar bei 18,5 Prozent. In Sachsen sehen die Zahlen ähnlich düster aus.

Noch ist nicht klar, ob nach den Winterferien vor jeder Klasse eine Lehrkraft stehen wird. An vielen Lausitzer Schulen fehlt weiterhin Personal. © gpointstudio/istock
Die passende Nachhilfe finden
Es ist also davon auszugehen, dass viele Familien auch im anstehenden Schulhalbjahr schauen müssen, wie sie den Ausfall kompensieren. Eine Möglichkeit ist professionelle Nachhilfe. Beim großen Anbieter Studienkreis verzeichnet man seit etwa zwei Jahren eine verstärkte Nachfrage.Es gibt wenig Statistiken, wie viele Kinder tatsächlich professionelle Nachhilfe in Anspruch nehmen – nach den letzten Erhebungen von 2014 und 2024 sind es zwischen 12 und 14 Prozent. Manche Kinder nehmen Förderangebote in der Schule wahr oder Familienmitglieder übernehmen die Nachhilfe. Davon allerdings raten Fachleute ab. Denn oft führt es zu Streit und Frust, wenn Mama oder Papa die Rolle des Nachhilfelehrers übernimmt. Viele Eltern dürften das vom leidigen Streit über die Hausaufgaben kennen.
Doch wie finden Familien das passende Nachhilfe-Institut? Mit dem Studienkreis und dem Bund für Lernförderung gibt es in der Lausitz zwei große, etablierte Anbieter, die in vielen Städten präsent sind. Zusätzlich kann man bei Bekannten nachfragen, ob sie Jemanden empfehlen können. Der Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen hat eine Checkliste veröffentlich, auf welche Punkte Familien bei der Suche nach der passenden Nachhilfeeinrichtung Punkte achten können:
- kostenlose, individuelle Erstberatung
- Lernstandsdiagnose des Schülers und Entwicklung eines individuellen Förderplans
- fachlich und pädagogisch qualifizierte und kompetente Nachhilfelehrer
- Möglichkeit einer Probestunde vor Vertragsunterzeichnung
- kurze Vertragslaufzeiten und kurze Kündigungsfristen
- kostenloses Unterrichtsmaterial
- Dokumentation des Unterrichts und der Beratungsgespräche
- transparente und nachvollziehbare Organisation der Schule
- Möglichkeit zum Austausch mit den Fachlehrern der Regelschule, wenn dies von den Eltern gewünscht wird
- qualifizierte Elterngespräche






