„Corona wird uns noch eine Weile beschäftigen“

Datum: Freitag, 28. Mai 2021 13:00

Franziska Jentsch vom Elternbeirat Cottbus über die Arbeit in den zurückliegenden Monaten und Wünsche an eine familienfreundliche Stadt.

Hinter den Familien liegt mehr als ein Jahr Pandemie mit immer wieder eingeschränkter Betreuung. Was sind aus Sicht des Elternbeirates die Erkenntnisse aus den vergangenen Monaten? Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Es war eine chaotische Zeit. Wir danken allen Trägern, Einrichtungen und Pädagogen für ihr Durchhaltevermögen in den letzten Monaten. Viele wissen nicht, dass wir nicht nur Vertreter für die Kitas sind, sondern auch für den Hortbereich. Auch da kamen viele Probleme auf uns zu. Wir haben uns mit dem Kreiselternrat verknüpft, arbeiten mittlerweile zusammen und stehen im Austausch. Wir wünschen uns, dass diese Zusammenarbeit aufrecht erhalten bleibt, da es viele Gemeinsamkeiten und Schnittstellen gibt. Auch mit der Stadt sind wir im regelmäßigen Austausch und konnten viele positive Erfahrungen sammeln. Auch wenn der Stadt oftmals die Hände gebunden sind, nimmt sie unsere Anliegen ernst. Für die Zukunft wünschen wir uns eine Betreuung für jedes Kind, unabhängig von der Systemrelevanz der Eltern. Darüber hinaus begrüßen wir mehr Unterstützung kommunaler Politiker.

Mit der Rücknahme der Beitragserhöhung durch die Stadt Cottbus hat der Elternbeirat sein wichtigstes Ziel erreicht. Welche Themen stehen nun auf der Agenda?

In den letzten Monaten hat, wie fast überall, die Corona-Pandemie die Themen bestimmt. Dies wird wohl auch noch eine Weile andauern. Wir haben den Eltern zugehört und Probleme zusammengetragen. Eines davon ist beispielsweise eine Hortbetreuung in den Ferien für Kinder nicht systemrelevanter Eltern. Diesbezüglich wandten wir uns mit Vorschlägen schon mehrfach an die Landesregierung, leider unbeantwortet.

Wie ist es aus Ihrer Sicht um die Kitalandschaft in und um Cottbus bestellt?

Durch die neuen Kitas hat sich die Kitalandschaft deutlich verbessert. Nachholbedarf besteht aus unserer Sicht noch im Krippenbereich. Wir denken, dass sich die Betreuungsqualität verschlechtert hat. Grund dafür sind unter anderem die strengen Hygieneauflagen. Daraus ergibt sich eine Isolation der Kitagruppen. Die Kinder können nicht mehr, wie gewohnt, gruppenübergreifend spielen, Feste feiern oder Ausflüge unternehmen. Darüber hinaus kommt ein hoher bürokratischer Aufwand auf die Kitas zu.

Eine positive Strukturentwicklung in den kommenden Jahrzehnten könnte Cottbus weiteres Einwohnerwachstum bescheren. Was muss passieren, damit die Stadt noch familienfreundlicher wird?

Die Stadt benötigt bessere und sichere Fahrradwege. Zudem brauchen Spielplätze saubere Spielgeräte und mehr schattige Bereiche. Darüber hinaus müssen Spielplätze öfter gereinigt und Abfalleimer häufiger entleert werden.

Wie kann man sich im Elternbeirat engagieren?

Dieses Jahr finden die Neuwahlen für den Elternbeirat statt, wo jeder Kindergarten und Hort Vertreter stellen kann. Außerdem kann sich jeder, der sich beteiligen möchte, gerne bei uns melden, beispielsweise über unsere Homepage.

www.elternbeirat-cottbus.de