Richtig Energie tanken!

Datum: Mittwoch, 31. Januar 2018 11:22


Stromfresser & Spartipps

Wichtigste Erkenntnis aus den vielen Zahlen: Wer Strom bzw. Energie und damit bares Geld einsparen will, sollte einerseits seinen Stromverbrauch kennen und zweitens sich auf die Suche nach den hungrigsten Stromfressen im eigenen Zuhause machen. Das lohnt sich vor allem für jene Familien, die beim Abgleich des eigenen Stromverbrauchs mit dem aktuellen Stromspiegel für Deutschland festgestellt haben, dass sie noch Einsparpotenzial haben.

Ein gutes Hilfsmittel dafür ist ein Strommessgerät. Um einmalig herauszufinden, welche Geräte besonders viel Strom ziehen, kann man sich ein solches Gerät ausleihen, zum Beispiel beim kommunalen Stromversorger oder bei der Verbraucherzentrale. In der Regel gibt’s die Geräte gegen eine geringe Gebühr, teilweise sogar kostenfrei. Kaufen kann man Strommesser im Baumarkt, die Kosten dafür liegen zwischen 15 und 40 Euro. Das Gerät steckt man dann zwischen Steckdose und Elektrogerät. Sehr lehrreich ist es, auf diese Weise den Stand-by-Verbrauch von TV, Radio und Co. Zu messen. Dort schlummert bei vielen Haushalten ordentlich Einsparpotenzial.

Heizen

Den größten Posten der monatlichen Nebenkosten macht das Heizen aus. Etwa zwei Drittel der Energie, die wir zu Hause verbrauchen, benötigen wir, um im Winter die Wohnräume warm zu halten. Über den Heizspiegel (www.heizspiegel.de) kann man unkompliziert herausfinden, ob man im Vergleich zu anderen Haushalten eher viel oder wenig Geld fürs Heizen ausgibt.

Je nachdem, welcher Energieträger verheizt wird, fällt die Klimabilanz unterschiedlich aus. Die meisten Privathaushalte in Deutschland heizen mit Erdgas, gefolgt von Erdöl und Fernwärme. Fast jede zweite Heizung verfeuert Gas, dessen Vorzüge sind: Es hat einen guten Heizwert und einen vergleichsweise geringen CO2-Ausstoß, man kann zwischen vielen Anbietern wählen und braucht anders als z.B. bei Öl keine Lagerkapazitäten. Die ineffizienteste und teuerste Variante ist übrigens das Heizen mit Strom (z.B. Heizlüfter, Infrarotheizungen, Nachtstromspeicherheizungen). Wer so ein Gerät im Haus hat, sollte es wenn möglich abschaffen oder austauschen.
Weitere Einsparmöglichkeiten ergeben sich durch den Austausch der Umwälzpumpe. Sie transportiert das heiße Wasser vom Heizkessel zu den Heizungen. Ältere Modelle arbeiten sehr kostenintensiv und ineffizient. Hier lohnt der Kauf eines neuen Modells. Für den Austausch einer alten Umwälzpumpe oder Heizungsanlage gibt’s übrigens Geld vom Staat: Der fördert nämlich Maßnahmen für mehr Energieeffizienz im Eigenheim.

Das effektivste Mittel, um Heizkosten zu sparen, ist weniger zu heizen: Das heißt je nach persönlichem Wärmeempfinden, im Herbst den Beginn der Heizperiode möglichst lange hinauszögern und im Frühjahr so bald wie möglich aufs Heizen verzichten. Zudem die Heizung lieber etwas weniger stark aufdrehen, jedes Grad weniger macht sich auf der Abrechnung bemerkbar. Als Faustregel gilt, dass sich pro Grad etwa sechs Prozent Heizkosten einsparen lassen. Nachts die Heizungen entweder ganz abdrehen oder zumindest nicht mehr voll laufen lassen.

In der Regel lässt sich die gewünschte Raumtemperatur über das Thermostat direkt an der Heizung einstellen. Die Zahlen auf dem Thermostat entsprechen einer bestimmten Temperatur:

* : ca. 5° C, Frostschutz / Stufe 1: ca. 12° C
Stufe 2: ca. 16° C / Stufe 3: ca. 20° C
Stufe 4: ca. 24° C / Stufe 5: ca. 28° C

Empfohlen werden tagsüber ca. 20 Grad für Wohn- und Kinderzimmer, 22 Grad fürs Bad, 18 Grad für die Küche (die wird nämlich durch den Herd und die Abwärme des Kühlschranks mitgeheizt), 16 bis 18 Grad fürs Schlafzimmer. Für wenig genutzt Räume reichen ebenfalls 18 Grad. Unter 16 Grad sollte die Temperatur nicht sinken, da sonst Schimmel droht. Daher ist richtiges Lüften das A und O für überschaubare Heizkosten und gegen Schimmel. Eine vierköpfige Familie gibt am Tag rund zehn Liter Wasserdampf an die Luft ab. Im Winter unbedingt Stoßlüften für 5 bis 10 Minuten bei weitgeöffneten Fenster, idealerweise bei Durchzug. Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollten Sie lüften, sonst kühlen die Zimmer zu sehr aus. In dieser Zeit die Heizung abdrehen. Wer die Möglichkeit hat, sollte ruhig vier Mal am Tag die Fenster weit öffnen. Besonders wichtig ist das Stoßlüften nach dem Aufstehen und nach dem Duschen/Baden.

Eine gute Fassadendämmung spart ebenso Heizenergie. Wer Rollläden an den Fenstern hat, sollte diese nachts herunterlassen, so kühlen die Zimmer weniger stark aus. Die Heizungen sollten nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt sein, sonst wärmen sie vor allem diese, aber nicht das Zimmer.

Licht

Mit der Abschaffung der klassischen Glühbirne hat die EU uns bereits zum Energiesparen „gezwungen“. Wer keine Glühbirnen mehr zu Hause gebunkert hat, kann zum Erleuchten der Wohnung zwischen folgenden Varianten wählen: LED-Lampen, Energiesparlampen, Halogen und Leuchtstoffröhre. Sie sind allesamt sparsamer und effizienter als herkömmliche Glühbirnen, in der Regel verbrauchen sie weniger Strom und haben eine längere Lebensdauer.

Halogenlampen stehen ebenfalls auf der Verbotsliste der EU. Sie sind zwar effizienter als die Glühbirne, aber längst nicht so sparsam wie eine LED-Leuchte. Ursprünglich sollte deren Verkauf bereits 2016 verboten werden, nun soll die Lampe im Laufe des Jahres 2018 aus dem Handel verschwinden. Ihr Vorteil: Sie sind dimmbar. Wer also eine Halogenlampe durch eine LED-Lampe ersetzen möchte, sollte darauf achten, dass sie ebenfalls dimmbar und mit der bisherigen Lampe kompatibel ist.
Leuchtstoffröhren (auch Neonröhren) gehören zu den energieeffizientesten Lampen. Zudem haben sie eine sehr lange Lebensdauer. Man kann sie in verschiedenen Lichtfarben kaufen. Nachteil: Beim Einschalten flackern sie und sie sind nicht dimmbar.
Energiesparlampen (auch Kompaktleuchtstofflampen) brauchen ebenfalls weniger Strom, haben aber den Nachteil, dass es nach dem Einschalten relativ lange dauert, bis sie ihre volle Helligkeit erreicht haben.
Daher gehört die Zukunft wohl den LED-Leuchten. Sie sind sehr effizient, lange haltbar und leuchten sofort in voller Helligkeit. Wie Energiesparlampen sind sie in der Anschaffung deutlich teurer als die Glühbirne. In der Regel hat man den höheren Kaufpreis aber schnell durch den geringeren Stromverbrauch wieder raus.

Während bei der Glühbirne die Wattzahl Auskunft über die Helligkeit gegeben hat, ist es bei Energiespar- und LED-Lampen die Einheit Lumen: 700 Lumen entspricht 60 Watt, 400 Lumen entspricht 40 Watt. Mit Kelvin wird die Lichtfarbe angegeben, also ob es sich eher um warmweißes Licht wie bei der klassischen Glühbirne handelt oder um bläuliches Tageslichtweiß, wie es für den Arbeitsplatz gut geeignet ist: bis 3.000 Kelvin entspricht
warmweiß, ab 4.000 Kelvin entspricht neutral- bzw. tageslichtweiß.

Spartipp: Der Umstieg auf LED-Leuchten spart Strom und Geld. Ein Zwei-Personen-Haushalt kann mit dem Wechseln aller Glühbirnen so etwa 270 kWh Strom im Jahr sparen. Zudem sollte man vor dem Einschalten des Lichts überlegen, ob das Tageslicht vielleicht noch ausreicht. In Zimmern, die gerade nicht genutzt werden, Licht ausschalten.

Waschen

Wie bei allen Elektrogroßgeräten im Haushalt gilt: Je jünger die Maschine, desto besser die Effizienzklasse und desto geringer der Energieverbrauch. Moderne Waschmaschinen haben eine Mengenautomatik und passen den Wasserbrauch der Beladung an. Wer bei der Wäsche Energie einsparen will, sollte folgende Ratschläge beherzigen:

Nur voll beladene Maschinen ansetzen, denn auch mit Mengenautomatik verbrauchen zwei halbvolle Waschmaschinen mehr Strom und Wasser als eine vollbeladene.

  • Die Waschtemperatur reduzieren. Den meisten Strom verbraucht die Maschine für das Aufheizen des Wassers. Waschen bei 60 Grad verbraucht etwa 40 Prozent mehr Strom als bei 40 Grad. Für normal verschmutzte Wäsche reichen in der Regel 30 Grad Waschtemperatur. Die meisten Waschmittel reinigen auch bei geringen Temperaturen gründlich. Wer Kinder hat, die öfter mal Grasflecken mit nach Hause bringen oder gerade trocken werden, wird nicht umhinkommen, auch mal 60 Grad-Waschgänge einzulegen. Das sollte übrigens auch jeder andere Haushalt gelegentlich tun, um Keimen in der Maschine keinen Vorschub zu leisten.
  • Ökoprogramme nutzen. Die meisten Waschmaschinen haben Energiesparprogramme. Dabei wird die Waschtemperatur reduziert. Dafür läuft die Waschmaschine länger, um dennoch das gleiche Waschergebnis zu erzielen. Das bringt eine gewisse Einsparung beim Stromverbrauch.
  • Auf Vorwäsche verzichten. Sind nur Einzelteile stark verschmutzt, sollten diese lieber gezielt vorbehandelt werden.
  • Wäsche an der Luft trocknen. Wer kann, sollte auf einen Wäschetrockner verzichten. Der spart zwar Zeit und Arbeit, schlägt aber bei der Stromrechnung zu buche. Die mit Abstand umweltfreundlichste Möglichkeit Wäsche zu trocknen, ist die Wäscheleine auf dem Balkon oder im Garten. Wer – vor allem im Winter – nicht nach draußen ausweichen kann, sollte die Wäsche in gut gelüfteten Räumen trocknen. Hier ist regelmäßiges Lüften wichtig, um Schimmel vorzubeugen. Wer nicht auf den elektrischen Wäschetrockner verzichten kann oder will, sollte diesen möglichst nur im Winter nutzen und bei einer Neuanschaffung unbedingt auf ein umweltfreundliches Modell achten: Geräte mit Wärmepumpentechnik sind in der Anschaffung etwas teurer als herkömmliche Kondensationstrockner, verbrauchen aber sehr viel weniger Strom. Bevor die Wäsche in den Trockner kommt sollte sie gut geschleudert werden (mind. 1.400 Umdrehungen), das spart Strom beim Trocknen.
  • Wer diese Tipps beherzigt und bei 160 Waschmaschinen pro Jahr mit 40 statt 60 Grad wäscht sowie auf Trockner und Vorwäsche verzichtet, kann im Jahr gut 100 Euro sparen.