Für ein gesundes Zuhause

Datum: Mittwoch, 28. Oktober 2020 16:31

Der Einfluss von Licht, Luft und Wasser auf unser Wohlbefinden

Nachdem wir in den letzten beiden Ausgaben unserer „lausebande“ gezeigt haben, wie der Wandel neue Zukunftsperspektiven für Lausitzer Familien schafft und warum die Region der optimale Ort für das eigene Zuhause ist, geht es dieses Mal um das Thema Wohngesundheit. Dabei wollen wir uns drei grundlegende Aspekte genauer anschauen: Luft, Licht und Wasser – genau die Zutaten eines bunt schillernden Regenbogens. Sie sind unsere drei wichtigsten „Lebensmittel“.

1. Luft

Wie stark sind Wohnungen und Häuser mit Schadstoffen belastet? Eine der wichtigsten Studien dazu wird vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut erhoben. Seit Mitte der 1980er Jahre untersucht es regelmäßig in Privatwohnungen die Luft, den Hausstaub, das Trinkwasser sowie Blut und Urin der Bewohner. Die Ergebnisse sind ziemlich ernüchternd, teils erschreckend. So ergab die jüngste Untersuchung im Zeitraum 2014-2017 beispielweise, dass Weichmacher und andere kritische Stoffe in fast allen Urinproben von Kindern und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren festgestellt wurden. Hier die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick.

Dicke Luft im Kinderzimmer – die Studienlage

Die schlechte Nachrichte zuerst: Kritische Stoffe wie Weichmacher, Schwermetalle, Schimmelsporen oder gefährliche Kohlenwasserstoffe sind mittlerweile omnipräsent: Sie kommen in fast allen Dingen vor, mit denen wir täglich Kontakt haben: Fußboden, Möbel, Kleidung, Lebensmittel, Spielzeug, Büromaterial. Wir können sie weder sehen noch riechen, dennoch reichern sie sich mit der Zeit im Körper an und können dort Folgen für die Gesundheit und die körperliche Entwicklung haben.

Einflussfaktoren auf flüchtige organische Verbindungen (TVOC)

  • Positiv: Verwendung von Ökoprodukten, Holzfußböden und -verkleidungen, Möbel aus Vollholz
  • Negativ: Verwendung von Duft- und Aromastoffen, Linoleum- und Korkfußboden, häufige Verwendung chemischer Haushaltsprodukte, Farbanstrich an Decken und Wänden, Rauchen in der Wohnung, Renovieren / Sanieren, Anwendung von Reinigungs- und Körperpflegemitteln


Die gute Nachricht: Wer ein paar Dinge beachtet, kann die Konzentration dieser kritischen Stoffe in seinem Zuhause zumindest beträchtlich reduzieren und teils gänzlich vermeiden.
Rauchen beispielsweise erhöht die Konzentration von Benzol in der Wohnungsluft. In frisch renovierten oder sanierten Kinderzimmern wurden ebenfalls deutlich erhöhte Wert an Benzol und anderen kritischen Stoffen wie Alkohol, Keton oder Butanol ermittelt. Auch die Verwendung von Duftstoffen (z.B. Raumsprays, Aromaöle oder Duftstäbchen) erhöht diese Werte signifikant. In Wohnungen mit vielen Vollholzmöbeln und Ökoprodukten lagen die Werte für flüchtige Verbindungen und andere kritische Stoffe deutlich niedriger. Dort wiederum sind die Terpene erhöht. Diese u.a. in Nadelholz natürlich vorkommenden Kohlenwasserstoffe werden vermehrt als ökologisch empfehlenswerte Lösungsmittel genutzt, haben allerdings ein hohes allergenes Potenzial.
Eine Studie eines Anbieters wohngesunder Häuser bestätigt die Ergebnisse des Umweltbundesamtes. Dort wurde die Luft in zwei frisch renovierten Kinderzimmern verglichen – eines wurde mit Standardfarben, -tapeten und -böden ausgestattet, das andere mit besonders schadstoffarmen. Für vier Wochen wurde – bei regelmäßigem Lüften – die Konzentration von Schadstoffen in beiden Zimmern gemessen. Im Standard-Zimmer wurden deutlich höhere Konzentrationen an Formaldehyd und Lösemitteln gemessen, die im Laufe der vier Wochen trotz Lüftens sogar noch zunahmen und am Ende 15 Mal höher lagen als in dem wohngesund renovierten Kinderzimmer.


Der Benzolgehalt (in μg/m3) in der Luft des Kinderzimmers von 3- bis 14-Jährigen hängt vom Sozialstatus der Familie ab, je niedriger der Status, desto höher der Benzolgehalt. Benzol ist krebserregend und entsteht u.a. beim Rauchen. Quelle: Kinder-Umwelt-Survey 2003-2006 des UBA