Ideen für Energiesparer

Datum: Freitag, 28. Januar 2022 15:43

Regionale Versorger für lokale Wertschöpfung und langfristige Sicherheit

Eines haben die aktuellen Verwerfungen am Energiemarkt schon jetzt gezeigt. Die vermeintlichen Billiganbieter für Strom und Gas können deren Kunden im Zweifelsfall viel Geld und Ärger kosten. Tausende Haushalte haben in den zurückliegenden Wochen die Kündigung ihres Strom- oder Gasanbieters erhalten und sind in die Ersatzversorgung durch die Grundversorger vor Ort gefallen – teilweise zu deutlich höheren Tarifen als die „Stammkundschaft“. Der Grund ist nachvollziehbar: Die Grundversorger kaufen Strom und Gas langfristig am Markt ein, was in Situationen wie derzeit für eine sichere Versorgung zu stabilen Preisen sorgt. Für die vielen unerwarteten Neukunden müssen sie jetzt kurzfristig an den Börsen Energie zu sehr hohen Preisen einkaufen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft kritisierte jüngst das Gebaren der unseriösen Billiganbieter. Dessen Geschäftsführerin Kerstin Andreae warnt: „Unseriösen Geschäftsmodellen muss Einhalt geboten werden. Es ist falsch verstandener Verbraucherschutz, immer nur das billigste Angebot zu preisen. Richtig verstandener Verbraucherschutz setzt auf seriöse Anbieter, die die Versorgung gewährleisten.“

Für Lausitzer Familien bringt ein Vertrag mit dem lokalen Grundversorger vor Ort zusätzliche, indirekte Mehrwerte. Denn so werden Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region gesichert. Häufig sind es die Stadtwerke und Wasserversorger, die lokale Vereine, Kitas und Schulen als Sponsor unterstützen. Einige Anbieter haben Bonusprogramme aufgelegt, mit denen ihre Kunden Rabatt in lokalen Einrichtungen wie dem Schwimmbad erhalten oder sie zahlen einen Bonus bei Nachwuchs. Übrigens sollte man sich von den großen Vergleichsportalen nicht täuschen lassen. Denn nicht alle lokalen Grundversorger sind dort gelistet – das heißt aber nicht, dass sie nicht mit den Preisen mithalten können. Ganz im Gegenteil: Aktuell ist die Nachfrage nach deren Tarifen so hoch, dass einige im Moment keine neuen Kunden aufnehmen können.

 
Quelle: BDEW 2021, Angaben in Prozent

So setzen sich die Preise für Strom und Gas zusammen

Ein Großteil des Geldes, das wir für Strom und Gas bezahlen, fließt direkt in Steuern und Umlagen. Bei Strom machen sie gut die Hälfte aus, beim Gaspreis ein knappes Drittel. Dazu gehören unter anderem die Mehrwert-, Erdgas- und Stromsteuer, die EEG-Umlage und die Konzessionsabgabe. In diese Kategorie fällt auch der CO2-Preis. Diese Abgabe soll fossile Energieträger teurer machen und so perspektivisch Treibhausgasemissionen senken. Seit 2021 wird sie auch im Bereich Wärme fällig und damit beim Gaspreis. Derzeit liegt der CO2-Preis bei 25 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid. Bis zum Jahr 2025 soll er schrittweise auf bis zu 55 Euro steigen. 2021 stieg der durchschnittliche Gaspreis um gut 1 Cent auf 7,06 Cent pro kWh – knapp die Hälfte der Preissteigerung geht auf die CO2-Abgabe zurück.
Vom Strompreis geht nur etwa ein Viertel an die Versorgungsunternehmen, beim Gaspreis knapp die Hälfte. Der Rest des Betrags sind Netzentgelte. Das verdeutlicht, wie wenig die Versorger an den Energiepreisen für Verbraucher ändern können. Für spürbare Entlastungen könnte aktuell vor allem der Staat sorgen, indem er Steuern und Umlagen senkt. Das scheint angesichts des hohen Finanzbedarfs im dritten Pandemiejahr aber unwahrscheinlich. Angekündigt wurde vorerst nur eine finanzielle Entlastung für einkommensschwache Familien.