Mobbing und Gewalt in der Schule

Datum: Donnerstag, 29. September 2011 09:48

Wie Eltern das Phänomen erkennen und ihren Kindern helfen können

Inken Tonn (46), Erziehungs- und Familienberatungsstelle, Jugendhilfe Cottbus gem.GmbH
Staatl. Anerk. Heilpädagogin, Kreative Kindertherapeutin

Mobbing ist kein neues Phänomen und beschränkt sich nicht nur auf den Bereich der Schule. In der Arbeitswelt wird Mobbing längst sehr ernst genommen. In der Berufs- wie in der Schulwelt kommen täglich Menschen über viele Stunden des Tages zusammen:

  • in denen gegenseitige Abhängigkeiten vorliegen,
  • in denen gemeinsame Pflichten erfüllt werden müssen
  • und in denen Konkurrenz zwischen den Gruppenmitgliedern herrscht.


Woran können Eltern erkennen, dass ihr Kind gemobbt wird?

  • Das Kind möchte nicht mehr zur Schule gehen.
  • Das Kind möchte auf einmal zur Schule gefahren werden.
  • Die schulischen Leistungen lassen nach.
  • Es „verliert“ sein Geld, Sachen sind beschädigt  oder werden „verloren“.
  • Körperliche Reaktionen treten auf: wie Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen etc.
  • Psychische Veränderungen treten auf: Ängste, Traurigkeit, sozialer Rückzug etc.
  • Verhaltensänderungen treten auf: Reizbarkeit, Aggressionen, selbstverletzendes Verhalten.

Kinder und Jugendliche brauchen die Unterstützung
von verantwortlich handelnden Erwachsenen.


Was können Eltern tun?

  • Nehmen Sie das Problem ernst!
  • Hören Sie zu und klären in einem ruhigen Gespräch die Situation, bevor Sie konkrete Schritte einleiten!
  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch: Was konkret, wann, wo, wer war beteiligt, wer war Zeuge?
  • Planen Sie gemeinsam mit dem Kind die nächsten Schritte!
  • Nehmen sie Kontakt zu den Klassenlehrern oder Betreuern auf, ohne in Vorwurfshaltung zu verfallen!
  • Holen Sie sich Hilfe von außen!


Was braucht Ihr Kind jetzt?

  • Ihr Kind braucht liebevolle Unterstützung, damit sein verletztes Selbstwertgefühl wieder aufgebaut werden kann.
  • Schaffen Sie gemeinsame Erlebnisse und Erfolgserlebnisse!
  • Helfen Sie Ihrem Kind über Gefühle (Angst, Wut, Scham, Trauer, Hilflosigkeit) zu sprechen und diese wahrzunehmen!

mobbing_grKinder und Jugendliche brauchen die Unterstützung von verantwortlich handelnden Erwachsenen. Eltern und Lehrer sind hier gemeinsam in der Pflicht. Mobbing hört nicht von allein auf! Es gibt aber viele Möglichkeiten Mobbing aktiv zu verhindern und eine Atmosphäre des gewaltfreien Miteinanders und der sozialen Verantwortung zu vermitteln.

„Mobbing unter Kindern und Jugendlichen“
Informationen für Schule, Jugendhilfe und Eltern,
Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft für Kinder –und Jugendschutz (AJS)
Landesstelle Nordrhein- Westfalen

„Das Anti- Mobbing – Buch“

Beltz – Verlag, Mustafa Jannan
Bayrisches Staatsinstitut für Frühpädagogik
www.familienhandbuch.de

Veranstaltungshinweis
Thematische Filmdiskussion für Schüler, Lehrer und Eltern am 27.10.2011 um 19 Uhr in der Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus  „Du bist schlimm!“ - Mobbing und Gewalt in der Schule. Wie entsteht eine Mobbing-Situation und wodurch wird sie aufrechterhalten? Was sind Hintergründe aus Sicht von Täter und Opfer? Wie sollte man in solchen Fällen vorgehen? (Referentin: Inken Tonn)