Ernährungsumstellung

Datum: Dienstag, 29. September 2015 09:16

... bei rheumatischen/entzündlichen Erkrankungen

Ungefähr 40.000 Kinder leiden allein in Deutschland an kindlichem Rheuma. Es gibt aber auch viele weitere Erkrankungen, die durch Entzündungen verursacht werden. Hier kann man mit einer Ernährungsumstellung gegensteuern und viel erreichen. Ein wichtiger Hinweis dennoch vorweg: Keine noch so durchdachte Ernährungsweise sollte die medikamentöse oder chirurgische Behandlung rheumatischer oder entzündlicher Erkrankungen ersetzen. Es ist grundsätzlich falsch, schul- und alternativ-medizinische Verfahren im Sinne eines „Entweder-Oder“ gegeneinander auszuspielen. Eine Umstellung der Ernährung kann bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen die Wirkung von Medikamenten und Operationen aber prinzipiell unterstützen.

Omega 3 gegen Entzündungen
Rheumatische Gelenkentzündungen werden durch Botenstoffe verstärkt, die aus Fettverbindungen, sogenannten Lipiden, in der Zellmembran stammen. Lipide kommen aber auch in Nahrungsmitteln vor, sie können die Produktion dieser Botenstoffe beeinflussen und dadurch anti-entzündlich wirken. Dies gilt vor allem für mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die sogenannten Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in Olivenöl und Fischöl enthalten sind.
Fisch statt Fleisch
Ein ausreichender Seefischanteil in der Ernährung hat in klinischen Tests zu Verbesserungen bei Entzündungen, z.B. der Zahl geschwollener Gelenke bei Rheuma und der allgemeinen Schmerzstärke geführt. Besonders vorteilhaft sind dabei Seefische wie Makrelen, Heilbutt, Lachs und Hering wegen ihres hohen Fischölanteils. Fleisch- und Wurstwaren verfügen hingegen über einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, die sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken.

Pflanzenöle
Samen der Schwarzen Johannisbeere, Borretsch, Nachtkerze und Schwarzkümmelöl wirken ebenso entzündungshemmend. Pflanzliche Öle wie Lein-, Raps-, Walnuss- & Sojaöl sind reich an Omega-3-Fettsäuren & Vitamin E. Auch Nüsse enthalten wertvolle Fettsäuren und Vitamine. Sie schmecken pur, im Salat oder im Müsli.

Der Baustein Kalzium
Kalzium ist ein entscheidender Baustein der Knochensubstanz. Wer kalziumreiche, magere Molkeprodukte nicht verträgt, kann den Bedarf auch aus kalziumreichen Mineralwässern und Gemüsen wie Brokkoli, Lauch, Fenchel und Grünkohl decken. Die tägliche Kalziumzufuhr sollte mind. 1 Gramm betragen. Vor allem Kinder im Wachstumsalter haben einen erhöhten Kalziumbedarf.
Obst und Gemüse
3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst sollten jeden Tag auf dem Speiseplan stehen. In Obst und Gemüse sind zahlreiche Vitamine und Spurenelemente enthalten. Einige davon haben eine antioxidative Wirkung, das heißt, sie können Sauerstoffradikale abfangen. Diese stehen im Verdacht, an der Gelenkschädigung bei rheumatischen Erkrankungen beteiligt zu sein. Daher sollten Rheumatiker bei der Ernährung auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin E und C sowie dem Spurenelement Selen achten. Die empfohlene Tagesdosis liegt für Rheuma-Patienten aber über der für Gesunde. In einigen Gemüsesorten und anderen Lebensmitteln stecken Vitamine, die Fett brauchen: die Vitamine A, D, E und K, sogenannte fettlösliche Vitamine. Nur in etwas Fett – wie etwa Butter, Sahne, Öl oder Joghurt – können sich diese Vitamine so lösen, dass der Körper sie gut aufnehmen kann.

Ein Tipp für die Kleinen
Oft reicht es, Möhrchen, Paprika oder Äpfel in dünne Streifen zu schneiden. Dazu ein magerer Joghurt oder ein halbes Glas fettarme Milch. Kinder lieben es klein und mundgerecht. Essen muss gelernt werden. Wer z.B. keine Möhre pur mag, liebt diese vielleicht in Quark zu tauchen. Haben Sie Geduld ...

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