Herr Kunitz und die Zwillinge – ein Pate im Gespräch

Datum: Freitag, 01. Dezember 2017 12:46

Herr Kunitz, Sie sind Pate im NGK – wie sind Sie dazu gekommen?

Ich bin schon in anderen Ehrenämtern tätig, aber habe dennoch nach etwas Neuem gesucht. Über eine Freundin bin ich dann auf das Netzwerk Gesunde Kinder aufmerksam geworden. Da mir die jungen Familien mit Kindern in meiner Heimat am Herzen liegen, wollte ich mich in diesem Projekt gerne ehrenamtlich engagieren. Ich habe mich über die Tätigkeit näher informiert und bin zu der Auffassung gelangt, dass die Netzwerkarbeit das passende für mich ist. Und dann habe ich im Netzwerk begonnen, die Schulungen zu besuchen und bin nun seit Juli ehrenamtlicher Pate.

Welche persönlichen Erfahrungen unterstützen Sie dabei?

Erst einmal denke ich, dass es sehr wichtig ist, offen auf Familien zu zugehen. Es gibt so viele Wege, wie eine Familie ihr Zusammenleben miteinander gestaltet, dies gilt es erst einmal so anzunehmen. Außerdem bin ich seit mehreren Jahren als Familienhelfer tätig und konnte somit zahlreiche Erfahrungen im Umgang mit Familien sammeln. Daraus habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass die Geburt eines Kindes und das weitere Zusammenleben mit Kind(ern) für alle Eltern eine große Herausforderung und Veränderung in ihrem Leben darstellt. Manchmal führt das zu mehr oder weniger großen Unsicherheiten, bei denen ich die Familien gerne unterstützen möchte. Auch die Tatsache, dass ich selbst Vater einer kleinen Tochter bin, hat mir deutlich gemacht, dass jede Familie mit Fragen konfrontiert ist, für die es ein offenes Ohr braucht. Ich denke, dadurch kann ich sowohl aus beruflicher Sicht als auch aus meinen persönlichen Erfahrungen den Familien ein guter Zuhörer und Ratgeber sein.

Was konnten Sie aus den Patenschulungen mitnehmen?

Natürlich hatte ich aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen schon gewisse Vorkenntnisse. Innerhalb der Schulungen wird man jedoch noch einmal über eine große Bandbreite an Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten informiert, die man an die Familien weitergeben kann. Gerade auch die Schulung „Kommunikation/ Interaktion mit Kindern“ war für mich sehr interessant und hat mir nochmals vieles verdeutlicht, das ich nun als wertvolle Tipps an die Familien weitergeben kann. Auch im Gespräch mit anderen werdenden Paten sind wertvolle Erfahrungen ausgetauscht worden.

Erzählen Sie von ihrer Patenfamilie ...

Nachdem ich die Schulungen durchlaufen hatte, war ich natürlich sehr gespannt, welche Familie ich nun als Pate begleiten werde. Gerade als männlicher Pate ist man ja doch noch die Ausnahme unter vielen weiblichen Patinnen. Seit ca. 2 Monaten bin ich nun Pate einer jungen Familie, die im Juli Zwillinge bekommen hat. Die Familie hat mich offen empfangen und wir hatten gleich eine gute Ebene miteinander gefunden. Die Eltern meistern das Zusammenleben mit ihren Zwillingen toll, aber gewisse Anregungen und Tipps kann man als Familie ja immer gebrauchen. Ich würde mir wünschen, dass ich den Eltern ein Ratgeber sein kann, wenn sie Fragen haben. Einfach auch mal die Eltern in ihrem Handeln zu bestärken und ihnen Zweifel zu nehmen, kann aus meiner Sicht auch schon eine große Hilfe sein.

Was bedeutet für Sie die Netzwerkarbeit?

Netzwerkarbeit im NGK bedeutet für mich, dass ich über ein großes Wissen verfüge, welche Angebote im Landkreis für Eltern bzw. Familien zur Verfügung stehen. Mir ist aufgefallen, dass es zahlreiche und gute Angebote gibt, die manchmal aber in der Öffentlichkeit gar nicht so recht bekannt sind und dementsprechend von den Familien auch nicht genutzt werden. Da kann man mit der Netzwerkarbeit sicherlich dazu beitragen, den Eltern und Familien diese Angebote vorzustellen und ihnen die Möglichkeit geben, das ein oder andere einfach mal auszuprobieren. Es ist ebenfalls wichtig, dass sich auch die Familien untereinander vernetzen und ihren Erfahrungsschatz im Zusammenleben mit ihren Kindern austauschen. Mittlerweile bin ich auch als Referent tätig und schule werdende Patinnen und Paten. Netzwerkarbeit ist im besten Falle ein Gewinn für beide Seiten und kann somit für alle eine große Bereicherung sein. 


www.netzwerk-gesunde-kinder.de