Medienerziehung im Kleinkindalter

Datum: Dienstag, 30. Oktober 2018 10:53

 

Wohl keiner kommt mehr an ihnen vorbei: Fernseher, Computer, Smartphones, Hörspiele …. Schon für kleine Kinder gehören diese und viele andere Medien selbstverständlich im Alltag dazu. Wie aber sollte der richtige Umgang mit digitalen Medien gestaltet werden? Welche Rolle spielen Eltern in der Medienerziehung?

Kinder sehen anders fern
Kinder nehmen vorrangig bewegte und bunte Bilder wahr, können Filmsequenzen nur aneinander reihen und es fällt ihnen schwer, zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu unterscheiden. Daher erleben sie Szenen so, als wären sie ein Teil von ihnen. Zusammenhänge und Rückblenden bleiben nicht selten unverständlich. Je jünger die Kinder sind, umso deutlicher zeigen sich die Unterschiede in Bezug auf Erwachsene.

Da Kinder von komplexen Filmfiguren überfordert werden, brauchen sie klare Abgrenzungen zwischen „gut und böse“, „mutig und feige“ oder „stark und schwach“. Um zu verstehen, was sie im Fernsehen gesehen haben, müssen sie das Gesehene verarbeiten können. D.h. Kinder benötigen ein altersgerechtes Fernsehprogramm, wie z.B. KIKA. Wichtig ist auch, dass die Eltern gemeinsam mit den Kindern fernsehschauen, damit die Kinder ihre Fragen direkt stellen können.

Ob das Gesehene den Kindern nicht bekommt, erkennt man an den körperlichen Reaktionen des Kindes. Versteckt es sich oder beschäftigt es sich zwischendurch mit etwas anderem, versucht das Kind, Spannung abzubauen. Anzeichen für Unwohlsein können auch sein: Kauen auf Nägeln oder Haarspitzen, Daumenlutschen oder das Zuhalten von den Ohren.

Umgang mit Smartphones
Kinder lieben diese bunten Spiele und Rätsel auf dem Smartphone. Aber auch bei Smartphones sollten Regeln gelten. Kinder unter drei Jahren können von schnellen und lauten Anwendungen schnell überfordert sein. Eltern sollten den Umgang mit dem Smartphone stets begleiten, die Nutzungsdauer beschränken und nur auf gut ausgewählte Apps zurückgreifen. Direkte Risiken für die Eltern sind beispielsweise, dass Kosten durch unbeaufsichtigte Downloads und In-App-Käufe entstehen können oder Kinder unwissentlich persönliche Daten weitergeben. Kinder-Apps sollten keine Werbung enthalten. Empfehlungen für gute Kinder-Apps finden Sie bei www.klick-tipps.net

Die unendlichen Seiten des Internets?
Das Internet scheint endlos zu sein. Kinderinternetseiten sollten einige Kriterien erfüllen.
Der Zugang zu Internetseiten für Kinder sollte immer frei sein, d.h. der Besuch der Seite sollte keine Anmeldung oder Mitgliedschaft erfordern. Die Seite sollte freundlich und übersichtlich gestaltet sein, eine verständliche und bildhaft Sprache nutzen und leicht zu navigieren sein. Inhaltlich sollte sich die Seite darauf konzentrieren, Wissen spielerisch zu vermitteln, Neugier erwecken und Medienkompetenz fördern. Gute Kinderinternetseiten verzichten auf Werbung (keine Pop-up-Anzeigen, kein Shop).

Erste Erfahrungen mit dem Internet sollten Kinder erst im Grundschulalter sammeln. Auch hier hat die Begleitung durch Erwachsene (Eltern, Erzieher, Lehrer) die oberste Priorität. Die Bildschirmzeit eines Zehnjährigen sollte in der Woche acht Stunden nicht überschreiten. Und Eltern sollten sich mit den Kindern auf Surf-Regeln einigen (z.B. gesurft werden darf nur auf erlaubten Seiten; Familienleben, Freunde und Hausaufgaben haben Vorrang.)

Medienkompetenz – was ist das eigentlich?
Medienkompetenz bedeutet nicht nur, dass Kinder wissen, wo der An- und Ausknopf für die digitalen Medien ist. Sondern Medienkompetenz ist das, was die Kinder für einen sinnvollen Umgang mit Medien brauchen. Medienkompetenz setzt sich zusammen aus:

Medienkritik: Kinder können Inhalte und Werbung kritisch betrachten und zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden. Sie konsumieren nicht nur wahllos Medien, sondern können aus einem großen Medienangebot für sich selbst Sinnvolles und Interessantes auswählen.
Medienkunde: Kinder können die Technik der Medien nutzen und mit verschiedenen Medien eigenständig umgehen. Sie wissen, zu welchem Zweck welches Medium genutzt wird.
Mediengestaltung: Kinder haben die Fähigkeit, die Medien dazu zu nutzen, etwas Kreatives mit ihnen herzustellen (z.B. den Computer für eine Schülerzeitung).
Mediennutzung: Kinder wissen, warum sie wann welche Medien nutzen. Und können nach Nutzung der Medien eigenständig den Ausknopf benutzen.

Für das Erlernen von Medienkompetenz brauchen die Kinder die Eltern. Sie sind Vorbild für den Medienkonsum und die Nutzung von Medien. Und sie sind es, die den Kindern Regeln und Grenzen für den Medienkonsum setzen müssen, denn die Nutzung von Medien ist ein Lernprozess.

Kinder sollten die Gelegenheit bekommen, die große Medienvielfalt altersgerecht zu erkunden und ihre Interessen an bestimmten Sendungen, Spielen oder Seiten kundzutun und mit den Erwachsenen zu teilen.

Experten geben folgende Richtwerte für den Medienkonsum (Fernsehen, Smartphone oder Computer) an:

Unter 3 Jahren: Kinder sollten überhaupt keine digitalen Medien nutzen
3-5 Jahre: Nicht länger als 30 Minuten pro Tag.
Grundschulkinder: Bis zu einer Stunde am Tag.


Empfohlene Kinderseiten:

www.amelini.de

www.blinde-kuh.de

www.blaubaer.de

www.die-maus.de

www.kinderwache.de

www.die-guerbels.de