Schwanger! Was nun? Babyboom Teil 2 mit Lausitzer Geburtenkliniken

Datum: Mittwoch, 04. Oktober 2017 13:35

Schwanger! Was nun? Babyboom Teil 2 mit Lausitzer Geburtenkliniken

Lausitzer Geburtskliniken im Detail

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Wie wir in der vergangenen Ausgabe des Familienmagazins lausebande geklärt haben, gilt das für (werdende) Eltern in der Lausitz mehr denn je. Ob nun die Suche nach einem Kitaplatz, nach der passenden Schule oder dem Platz im Hort – Eltern sollten sich bei allen Belangen rund ums Kind frühzeitig kümmern. Das gilt auch für die Suche nach einer freiberuflichen Hebamme, die schwangeren Frauen vor, während und nach einer Geburt kompetent zur Seite steht. Die meisten freiberuflichen Hebammen seien mittlerweile so begehrt, dass über 90 % von ihnen laut dem Hebammenverband Brandenburg nicht allen Anfragen nachgehen könnten. Die persönliche Atmosphäre und das Vertrauensverhältnis zwischen werdender Mutter und Hebamme sind die meistgenannten Gründe, warum sich Mütter für die Vorsorge bei einer Hebamme entscheiden. Wer sich mit der Suche nach einer Hebamme nicht befassen will, kann aber auch die vorsorglichen Untersuchungen beim Frauenarzt durchführen und die Klinikgeburt vorziehen.

Ganz egal, ob sie für Vorsorgeuntersuchungen lieber den Arzt oder die Hebamme aufsuchen, im Laufe einer Schwangerschaft muss man an so Einiges denken. So gehen wir im zweiten Teil der Babyboom-Reihe darauf ein, wo Sie Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsvorbereitungskurse durchführen können, wo in den Lausitzer Kliniken Infoabende stattfinden – und wo Sie letztendlich die Geburt durchführen können. Dafür schauen wir uns die Geburtskliniken in der Lausitz genauer an.


Anmeldung zur Vorsorge

Die Monatsblutung ist ausgeblieben, der Schwangerschaftstest gemacht – spätestens in der fünften Woche haben die meisten Frauen Gewissheit und müssen die Neuigkeit erstmal verdauen. Sie reiten mit auf der Babywelle und dürfen sich in den kommenden Monaten über Nachwuchs freuen? Dann ist es Zeit für die Erstuntersuchung beim Frauenarzt – die sogenannte Anamnese. Hierbei erfragt der Arzt die Vorgeschichte der Schwangeren und macht sich ein Bild über den Gesundheitszustand. Dazu gehören auch Angaben zu früheren Erkrankungen und zum familiären Hintergrund. Die Ergebnisse werden im Mutterpass dokumentiert, der im weiteren Verlauf der Schwangerschaft immer weiter ergänzt wird und den Ärzten bei späteren Untersuchungen oder Schwangerschaften einen schnellen Überblick ermöglicht.

Eine Übersicht über Frauenarztpraxen in der Region findet man unter www.frauenaerzte-im-netz.de beim Menüpunkt „Arztsuche“.

Ebenfalls ein Teil der Erstuntersuchung ist auch die Berechnung des voraussichtlichen Geburtstermins. Dabei gilt die Faustregel: Zwischen der Befruchtung und der Geburt liegen 280 Tage, was 40 Wochen entspricht. In den meisten Fällen kommt das Baby aber nicht am exakt errechneten Termin zur Welt, sondern innerhalb einer Spanne von zehn Tagen vor bzw. nach dem Datum. Wenn der Termin in Erfahrung gebracht wurde, sollte man ihn seinem Arbeitgeber mitteilen – oder man wartet noch die ersten drei Monate der Schwangerschaft ab, falls es zu Zwischenfällen kommt. Die rechtzeitige Meldung ist wichtig, damit das Mutterschutzgesetz in Kraft treten kann, das werdende Mütter während der Schwangerschaft und bis zu vier Monate nach der Geburt vor der Entlassung durch den Arbeitgeber schützt.


Beginn der Vorsorge

Mit der 8. Schwangerschaftswoche beginnen die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Bis zur 32. Schwangerschaftswoche finden diese erstmal alle vier Wochen statt. Zum Beginn der Vorsorge steht für werdende Mütter die erste wichtige Entscheidung an: Möchte ich die Vorsorgeuntersuchungen weiterhin beim Frauenarzt durchführen oder während der Schwangerschaft lieber von einer freiberuflichen Hebamme begleitet werden? Eine kompetente Untersuchung und Beratung, frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und medikamentöse Maßnahmen können nämlich auch die Hebammen durchführen. Dazu gehören auch die Chorionzottenbiopsie, Fruchtwasser- und Nabelschnurpunktion und weitere Tests. Freiberufliche Hebammen haben den Vorteil, dass sie sich oft mehr Zeit für die Untersuchungen nehmen können und ein gewisses Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann. Auch ein Mix aus Arzt- und Hebammenbesuchen ist möglich, die Kosten für die meisten Behandlungen trägt die Krankenkasse. In manchen Krankenhäusern kann sogar eine freiberufliche Hebamme zum Geburtstermin mitgenommen werden oder die Geburt durchführen – so muss man sich bei der eigenen Entbindung im Falle eines Schichtwechsels im wohl emotionalsten Moment des Lebens nicht plötzlich auf eine neue Hebamme einstellen. Komplett dem Arzt vorbehalten bleiben hingegen die Ultraschalluntersuchungen – diese finden zwischen der 9. und 13., 19. und 22. sowie zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche statt. Auch bei Risikoschwangerschaften – beispielsweise bei chronischen Erkrankungen – ist man beim Arzt wahrscheinlich besser aufgehoben. Dafür bieten meist nur freiberufliche Hebammen eine professionelle Hausgeburt an – so zum Beispiel die freiberufliche Hebamme Carmen Gennermann aus Cottbus.

Wie wir schon im ersten Teil des Babyboom-Spezials in Erfahrung gebracht haben, kann sich die Suche nach einer freiberuflichen Hebamme jedoch schwierig gestalten. Laut dem Hebammenverband Brandenburg reiche die Anzahl an freiberuflichen Hebammen im Land nicht aus, um den Bedarf zu decken – 70 % der freiberuflichen Hebammen müssen bis zu fünf Frauen im Monat ablehnen, 21 % sogar noch mehr. Sinkende Vergütungen und die enorm steigenden Haftpflichtversicherungsprämien machen den Beruf zunehmend unattraktiv. Letztere stiegen zum

1. Juli 2017 auf 7.639 Euro an, über 10 % mehr als noch im Vorjahr. 2010 lagen die jährlichen Kosten für eine Berufshaftpflicht für Hebammen noch bei 3.689 Euro, im Jahr 2000 bei gerade einmal 404 Euro. Der Grund für die stetig steigenden Prämien sind die teuren Einzelfälle, in denen eine Geburt nicht optimal abläuft. Aufgrund des wachsenden Mangels an freiberuflichen Hebammen sollten sich werdende Eltern frühzeitig informieren – am besten mit dem Bekanntwerden der Schwangerschaft! Eine Übersicht über alle im Hebammenverband Brandenburg registrierten Hebammen gibt die Website:
www.hebammen-brandenburg.de.


Geburtsvorbereitungskurse

Ab der Hälfte der Schwangerschaft, also ab der 20. Woche, wird es Zeit, sich für Geburtsvorbereitungskurse einer Hebamme anzumelden. In diesen Kursen, die am besten zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche wahrgenommen werden sollten, geht es in erster Linie darum, den Teilnehmern die Angst vor den Schmerzen zu nehmen und ihr Körpergefühl zu verbessern – aber auch das spätere Eltern-Sein wird vorbereitet. Zwar setzt jede Hebamme unterschiedliche Schwerpunkte in ihren Kursen, in der Regel bestehen sie aus den im Kasten auf der rechten Seite aufgeführten Bestandteilen. Über Angebote an Geburtsvorbereitungskursen können sich Interessierte bei den Lausitzer Geburtenkliniken und Hebammen oder auf den folgenden Seiten informieren. Auch Krankenkassen können Auskunft geben.

Geburtsvorbereitungskurse: Das erwartet werdende Eltern

  • Atemübungen: Korrekt erlernte Atemübungen können die Geburt erleichtern und die Schmerzen lindern.
  • Entspannungstechniken: Ob nun progressive oder selektive Entspannungsübungen, die Techniken verbessern das Körpergefühl und helfen, in den Wehenpausen Kraft zu schöpfen.
  • Fitnessübungen: Körperpartien wie Rücken und Beckenboden werden im Laufe einer Schwangerschaft besonders belastet – spezielle Fitnessübungen halten den Körper beweglich.
  • Informationen zur Geburt: Der Ablauf einer Geburt wird geschildert und den Eltern so die Unsicherheit genommen.
  • Vorbereitung auf das Eltern-Sein: Wie die Zeit nach der Entbindung abläuft und welche typischen Probleme auf die Eltern zukommen, wird hier geklärt.