Haustiere für Kinder

Datum: Montag, 31. März 2014 11:30

So hat man lange Freude am geliebten Haustier

Doreen Judis (31), Tierärztin und Mutter von 2 Kindern aus Turnow bei Peitz

Kaninchen und Meerschweinchen erfreuen sich als Haustiere für Kinder großer Beliebtheit, Tendenz steigend. Sie gelten als pflegeleicht, preiswert in der Haltung und brauchen nicht viel Platz. Einige wesentliche Punkte zur Ernährung und Haltung sollte man aber unbedingt beachten, damit man lange ein glückliches und gesundes Haustier hat.

Haltung
Sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen leben natürlicherweise in Gruppen. Zu einer artgerechten Haltung gehören also mindestens 2 Tiere. Ob 2 Böckchen, 2 Weibchen oder gemischtgeschlechtlich ist dabei eigentlich egal. Möchte man keinen ungewollten Nachwuchs, heißt es rechtzeitig kastrieren.

  • Männliche Meerschweinchen sind mit 10 Wochen geschlechtsreif, weibliche schon mit 4 bis 6 Wochen! Kaninchen werden mit 4 bis 8 Monaten geschlechtsreif!
  • Auch gleichgeschlechtliche Tiere verstehen sich oft besser, wenn sie kastriert sind. Das gilt auch für Weibchen.
  • Es ist außerdem empfehlenswert, gleichaltrige Tiere zusammen zu tun.
  • Vor allem Kaninchen haben einen starken Bewegungsdrang. Die Tiere sollten in ihrem Käfig wenigstens 3 zusammenhängende Hoppelschritte machen können, was eine Strecke der 4,5-fachen Kaninchenlänge erfordert! Zusätzlich ist täglicher Freilauf angesagt. Morgens und abends sind Kaninchen am aktivsten. Die Freilaufzeiten sollten dem angepasst sein.


Ernährung
Wasser und gutes Heu sollten Meerschweinchen und Kaninchen immer zur freien Verfügung haben. Kontinuierliche Futteraufnahme ist wichtig für eine gut funktionierende Verdauung. Da die Magen- und Darmwand sehr dünnwandig und kaum zu einer eigenständigen Peristaltik fähig ist, wird der Futterbrei nur durch immer wieder nachkommendes Futter weiter transportiert. Frisst ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen länger als einen Tag nichts, sollte es unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden!

Fertigfutter für Nagetiere aus dem Handel sollte nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Was für uns Menschen Schokolade und Chips sind, ist für Kaninchen und Co. solch ein Futter. Es besteht hauptsächlich aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten, die im Darm zu schweren Störungen der Bakterienflora führen können. Das gleiche gilt für leicht gärfähiges Futter wie Kohl oder Klee. Dieses sollte nur in geringem Maße gefüttert werden und die Tiere müssen langsam daran gewöhnt werden.
Möhren mit Grün, Kräuter und unbehandelte Obstzweige sind eine gesunde und leckere Bereicherung des Speiseplans.

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