Lausitz-Mummy: Pommes zum Frühstück

Datum: Mittwoch, 29. April 2026 17:34

Vegan oder nicht? Ich glaube, meine Kids wären für eine vegane Woche sofort zu haben, wenn das hieße, dass sie nur noch Nudeln mit Tomatensauce und Pommes essen dürfen. Am besten morgens, mittags und abends. Ich bin mir nicht sicher, wie lange sie das tatsächlich durchhielten, bevor sie um Obst und Gemüse betteln würden. Wir haben es noch nicht darauf ankommen lassen. Aber zumindest im letzten All-inclusive-Urlaub waren wir nah dran. Da bot das Frühstücksbuffet tatsächlich auch Pommes und Nudeln. Und natürlich haben unsere Kinder zum Frühstück die Pommes genommen, genauso wie zum Mittag und zum Abendessen. Dabei standen genug Alternativen zur Auswahl. Ich hoffe und glaube, dass unsere Kinder nicht die Einzigen sind, die sich phasenweise recht einseitig ernähren.

Ich weiß sehr wohl, dass hier die Gewohnheit und die Vorbildfunktion der Eltern eine große Rolle spielen. Aber meinen Kindern ist es egal, wie oft ich Avocado, Walnüsse oder Linsensuppe serviere und esse. Mit ganz viel gut Zureden probieren sie ein klitzekleines bisschen, tun danach aber so, als hätte ich sie vergiften wollen. Ich habe mit den Kindern auch schon früh Fischstäbchen und Chicken Nuggets selbst geschnippelt und paniert. Trotzdem finden sie heute die Nuggets vom Schulessen und von der Fast-Food-Kette besser, obwohl dort nicht mal zu erkennen ist, dass sie aus Fleisch bestehen. Vielleicht ist genau das sogar der Grund, warum meine Kinder die lieber essen.

Schon der Breistart war schwierig. Ich habe diverse Kartoffel-Gemüse-Kombinationen ausprobiert, doch das sechs Monate alte Kind, das noch nicht mal sitzen geschweige denn sprechen konnte, hat mir nach dem Kosten sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass es keinerlei Interesse am Brei hat. Die Hebamme hat mir dann zu Möhrenbrei geraten, da der etwas süßer ist. Doch auch der wurde verschmäht. Der Mund blieb zu. Erfolg hatten wir dann mit Süßkartoffel. Da war offenbar ausreichend Zucker drin für das kleine Süßmaul.

Wen verwundert es? Wenn das Kind sechs Monate lang nur süße Milch bekommt, dann hat es sich natürlich an süßen Geschmack gewöhnt und wenig Appetit auf Spinat oder Pastinake. Zur Ehrenrettung meines Kindes sei noch erwähnt, dass es nach vielen weiteren Versuchen und viel Geduld später auch anderen Brei als Süßkartoffel gegessen hat. Mittlerweile isst es halbwegs normal – wenn man die Vorliebe für Pizza, Pasta, Pommes und Pudding als normal ansieht.

Ich würde an dieser Stelle gern eine Lanze brechen für mehr Kreativität und Vielfalt auf den Kinderkarten der Restaurants. Ganz gleich ob wir an der Ostsee, im Allgäu oder in der schönen Lausitz essen gehen, überall die gleichen langweiligen, aber offenbar so beliebten Klassiker: Pommes & Nuggets, Nudeln & Tomatensauce, Fischstäbchen & Kartoffelbrei, Kartoffelpuffer & Apfelmus. Anfangs haben wir uns noch gewehrt und für die Kinder nur einen Räuberteller oder eine Suppe oder Vorspeise bestellt. Mittlerweile haben wir uns unserem Schicksal ergeben, denn die Kinder sind längst in einem Alter, wo sie sich ihr Essen selbst aussuchen wollen. Und das sind tatsächlich genau diese Klassiker. Aber vielleicht würden sie auch andere Speisen wählen, wenn sie auf der Kinderkarte stünden. Ich appelliere daher an dieser Stelle an die Väter und Mütter, die in der Gastronomie arbeiten: Bringt ein bisschen mehr Farbe und Vielfalt auf die Kinderteller! Vielleicht klappt es dann auch zu Hause besser.

Eure Lausitz-Mummy