
Lausitzer Freizeitorte im Familientest
Felicitas kennen und lieben wir als bekennende Schokoholics. Wir haben hier schon Pralinen gefertigt, Schokolade dekoriert und die Einschulung unserer Tochter gefeiert. Dieses Mal wollen wir wieder selbst zu Chocolatiers werden und starten den Tag daher in der MitMach-Schauwerkstatt. Wir testen alle Angebote: Schokolade bemalen, Schokolade gießen und eine Hohlfigur gießen. Letzteres geht nur nach Anmeldung.
Zunächst werden wir von Mitarbeiterin Birgit Scharoba begrüßt und eingewiesen. Dabei gilt: erst die Hygiene, dann das Vergnügen. Wir ziehen die bereitgestellte Schutzkleidung an, binden die langen Haare zusammen und waschen die Hände. Dann dürfen wir ins Herzstück des Schokoladenlands, wo nicht Milch und Honig fließen, aber – viel besser – hervorragende Schokolade.
Die brauchen wir später für das Gießen der Tafeln und der Hohlfiguren. Doch zuvor können wir die leeren Formen mit flüssiger Schokolade bemalen, bei der Tafel wird es als Schriftzug zu erkennen sein, bei der Hohlfigur als Augen, Schwanz und Fellmuster der gewählten Katze. Sobald diese erste Schicht getrocknet ist, geht es ans Gießen: Dazu halten wir die Formen unter die flüssige Schokolade. Auf dem Rüttler werden anschließend Luftbläschen herausgeschüttelt. Die Figur muss erneut trocknen, die Schokolade darf jetzt noch mit Marshmallows, Nüssen & Co. verziert werden.
Die runden Schokotaler, die wir an diesem Tag dekorieren, sind bereits gegossen und müssen nur noch ausgeschmückt werden. Der kleine Taler bekommt einen Schokoschriftzug und Nüsse, die beiden großen ordentlich Farbe. Vorher durften sich die Kinder in einem dicken Ordner ihr Lieblingsmotiv aussuchen – die Wahl fiel auf Stitch und ein Pferd.
Doch wie kommen die Motive auf die Schokolade? Zunächst wird das Papier auf den Schokoorden gelegt und dann mit einem spitzen Gegenstand entlang der Umrisse durch das Papier in die Schokolade geritzt. Dann kommt der Teil, der noch mehr Spaß macht: ausmalen. Dafür steht ein große Auswahl an bunt eingefärbter, flüssiger Schokolade bereit. Bis Stitch und das Pferd ausgemalt sind, braucht es eine Weile. So bleibt noch Zeit für ein Gespräch mit Birgit Scharoba. Sie ist seit fast 25 Jahren bei Felicitas und liebt die Arbeit mit den Menschen. Uns interessiert: „Mag man überhaupt noch Schokolade essen, wenn man sie täglich um sich hat?“ Ihre Antwort: „Den angenehmen Schokoladengeruch, von dem unsere Gäste immer schwärmen, den nehme ich gar nicht mehr wahr. Aber ja, ich esse die Schokolade noch immer sehr gern.“

Da unsere süßen Kunstwerke noch etwa eine Stunde trocknen müssen, haben wir genug Zeit, um das restliche Schokoladenland zu entdecken. Zuerst geht es ins hauseigene „Schoko-Kino“, wo wir erfahren, wie die belgische Schokolade in die Lausitz kam. Goedele Matthyssen und Peter Bienstman zogen vor gut 30 Jahren in das gerade wiedervereinigte Deutschland. Aus einem alten LPG-Hof ohne Strom und Wasser wurde ein mittelständisches Unternehmen mit heute 75 Beschäftigten. Was in Zukunft noch geplant ist, erzählt uns Goedele Matthyssen anschließend in einem kurzen Gespräch. So ist eine zertifizierte Bioschokolade angedacht und die Stromversorgung der Manufaktur soll langfristig nachhaltig und autark erfolgen.
Jetzt wollen wir die nach belgischen Rezepturen und aus belgischer Schokolade hergestellten Köstlichkeiten selbst probieren und besuchen das Café, wo es süße und herzhafte Kleinigkeiten gibt. Anschließend stürmen die Kinder den Spielplatz und statten den Ziegen einen kurzen Besuch ab. Die letzte Station unseres Ausflugs führt uns in den Schoko-Laden – den Werksverkauf. Dort nehmen wir ein paar Leckereien für zu Hause mit und dürfen an der Kasse unsere selbstgestalteten Schokoladen abholen.
„Ich mag Felicitas, weil man hier so viele verschiedene Sachen machen kann: Schokolade anmalen, Schokofiguren gießen. Aber auch auf dem Spielplatz spielen oder die Esel und Ziegen beobachten. Und ich finde die Schokolade super lecker.“
Helena, 11 Jahre
Unser Tipp: Den Kids hat vor allem des Bemalen der Schokoorden mit farbiger Schokolade Spaß gemacht. Die Auswahl an Motiven ist riesig. Wem das nicht reicht oder wer ein ganz spezielles Bild, wie eine Disneyfigur, einen bestimmten Dino oder das Logo des Lieblingsvereins aufmalen möchte, kann von zu Hause selbst ausgedruckte Bilder mitbringen und sie dann auf die Schokolade übertragen. Ganz wichtig: In den Ferien einen Platz reservieren, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Felicitas
Schokoladenweg 1, 03130 Spremberg / Hornow
MO bis SA 8 - 18 Uhr, SO 14 - 18 Uhr
an Brandenburger Feiertagen geschlossen
Schokolade bemalen ab 10 Euro






