Wilde Haufen

Datum: Freitag, 22. Mai 2026 16:21


Stein-, Holz- und Laubhaufen sind ein Zufluchtsort für Wildtiere an warmen und kalten Tagen und ein wahrer Boost für mehr Artenvielfalt im eigenen Garten. Fotos (v.l.n.r.): MartinFredy, de-nue-pic, Priisk

Ein Zuhause für tierische Gartenbewohner

Wenn uns zu warm oder zu kalt ist, dann suchen wir zu Hause Unterschlupf. Bei vielen Wildtieren ist das nicht anders – auch wenn für sie ein gemütliches Domizil kein Haus mit vier Wänden und einem Dach ist. Stattdessen hält die Natur für sie Rückzugsmöglichkeiten bereit: in Holz, zwischen Steinen und unter Laub. Mit zunehmendem Lebensraumverlust verschwinden diese geeigneten Rückzugsorte für Käfer, Igel, Eidechsen und Co. jedoch in der Natur. Ein naturnaher Garten kann da als sicherer Hafen mit passenden Zufluchtsorten fungieren. Wir schauen uns an, wie wir unseren wilden Gartenbewohnern mit Stein-, Holz- und Laubhaufen Unterschlupf bieten können.

Ein Heim aus Stein, Holz und Laub

Steinhaufen: Der Steinhaufen ist wie gemacht für Sonnenanbeter. Flache Natursteine, Feldsteine, Bruchsteine oder alte Ziegel werden locker geschichtet, gern mit etwas Erde und Bepflanzung aus heimischen Staudengewächsen dazwischen. Eidechsen, Wildbienen, unterschiedlichste Käferarten und Schmetterlinge können sich auf den Steinen sonnen – gleichzeitig bieten die Ritzen zwischen den Steinen an besonders warmen Tagen Schutz vor der Hitze.

Holzhaufen: In der kühlen Jahreszeit spendet der Holzhaufen Deckung vor Wind und Kälte. Gut geeignet sind Äste, Reisig, Wurzelstücke, Rinde und unbehandeltes Holz heimischer Gehölze wie Obstbaum, Weide, Hasel, Buche, Eiche oder Ahorn. Je dicker und älter das Holz, desto länger bleibt es wertvoll. Insekten, Erdkröten, Eidechsen, Spitzmäuse und Igel sind im Herbst und Winter auf den Schutz der Holzhaufen angewiesen. Zudem kann das Holz je nach Art und Beschaffenheit auch eine wunderbare Nistmöglichkeit für Wildbienen und Käfer darstellen.

Laubhaufen: Das perfekte Winterquartier für Igel, Frösche, Eidechsen, Molche und eine Vielzahl an Insekten kann mit wenig Aufwand errichtet werden. Statt im Herbst das Laub aus dem Garten zu entsorgen, kehrt man es einfach zu einem oder mehreren Haufen zusammen. Diese sollten in windgeschützten Bereichen des Gartens platziert und bei Bedarf zusätzlich mit Zweigen und Ästen stabilisiert werden. Regelmäßig im Herbst werden die Laubhaufen mit neuen Blättern aufgefüllt, da sich das Laub mit der Zeit zersetzt.

Haufen statt Hotel

Egal ob Haufen aus Stein, Holz oder Laub – sie alle sind perfekt geeignet für einen wildtierfreundlichen Garten und haben klare Vorteile gegenüber herkömmlichen Insektenhotels aus dem Baumarkt. Diese sind im Gegenzug zu den wilden Haufen als Rückzugs- und Nistmöglichkeiten ungeeignet und können den Tieren sogar schaden. Zudem ersparen besonders Holz- und Laubhaufen die Entsorgung von Laub und Schnittgut aus dem eigenen Garten und können so ohne Kostenaufwand errichtet werden. Wer die Haufen dann noch durch heimische Pflanzen ergänzt, schafft mit seinem Garten ein wahres Wildtier-Paradies.