lausebande unterwegs: Plastinarium & Wilhelm Guben

Datum: Montag, 02. Februar 2026 15:32

Lausitzer Freizeitorte im Familientest

Der erste lausebande-Familientest in diesem Jahr führt uns zu gleich zwei Zielen. Wir besuchen in Guben das Wilhelm und das Plastinarium. Hinter dem Wilhelm verbirgt sich ein 2024 neu eröffnetes Café und Restaurant, das seinen Namen der ehemaligen Wilhelm-Pieck-Schule verdankt. In der früheren Aula ist heute das Restaurant untergebracht, in dem wir unseren Gubenausflug starten. Uns Eltern fallen sofort die historischen Keramikreliefs und die Holzdecke auf – beides stammt noch aus den Zeiten als Schulaula und konnte beim Umbau erhalten werden. Unseren beiden Jüngsten fällt etwas anderes ins Auge: die Spielecke mit Kinderküche, Malzeug und Brettspielen. Wir können sie noch kurz überzeugen, uns ihren Essenswunsch zu übermitteln, dann sind sie dort verschwunden, bis das Essen serviert wird. Auch sonst fällt uns auf, wie kinderfreundlich das Restaurant ist. Gleich fünf Kindergerichte stehen zur Auswahl, das Personal hat immer ein Lächeln auf den Lippen und selbst die Toiletten sind kindgerecht ausgestattet. Die Getränkekarte trumpft mit Kinderfavoriten wie Kiba, rote Brause und Spezi auf. Dazu gibt es den bei Kindern so beliebten Strohhalm sogar ohne Nachfrage. Uns Eltern überzeugt vor allem der Blick in die Speisekarte, die auch mehrere vegetarische Gerichte aufführt. Als unsere Gerichte dann serviert werden, stellen wir fest: Das Essen ist nicht nur für den Gaumen ein Genuss, sondern auch fürs Auge. Jedes von uns gewählte Gericht inklusive dem Dessert können wir unbedingt weiterempfehlen, wollen an dieser Stelle aber zumindest das Bruschetta nach „Wilhelm Art“ hervorheben – hier wird der Klassiker auf köstliche Art neu interpretiert.

Nach einem sehr guten und sehr entspannten Essen geht es für uns weiter zum zweiten Tagesziel: das Plastinarium – eine weltweit einzigartige Einrichtung, in der die Kids in zwei Stunden mehr über den Körper lernen als in einer Doppelstunde Bio. Unsere zaghaften Bedenken, ob die gezeigten Körperplastinate sie erschrecken könnten, sind unbegründet. Am Einlass erfahren wir, dass auch Familien mit Nachwuchs im Kitaalter gern herkommen. Und tatsächlich müssen auch wir feststellen: Die Kids gehen mit den Exponaten erstaunlich unbefangen um. Einzig beim Über-die-Schulter-Gucken in der Präparation sind sie etwas zurückhaltend. Die Ausstellung selbst bietet einmalige Einsichten in den menschlichen Körper. Erst kürzlich hatten wir mit den Kindern über die kleinsten menschlichen Knochen gesprochen, die sich im Ohr befinden. Kein Suchmaschinenergebnis kann die Größe so gut verdeutlichen wie die winzigen Knochen, die jetzt vor uns liegen. Sie sind tatsächlich kaum größer als ein Reiskorn. Ganz anders beim Darm: Unsere Kinder konnten sich partout nicht vorstellen, dass dieses Organ bis zu acht Meter lang ist. Im Plastinarium sehen sie Dick- und Dünndarm in ihrer ganzen Ausdehnung. Spannend ist für sie auch der Raum zu Schwangerschaft und Geburt. Sie bekommen in diesem Jahr eine Cousine. Hier bekommen sie eine Vorstellung davon, wie klein sie derzeit noch ist. Das Plastinarium zeigt nicht nur menschliche Körper, ein ganzer Raum widmet sich den Tieren – vom Hai über die Giraffe bis zum Frosch. Dank vieler interaktiver Elemente, spannender Fun Facts und dem Quizheft Dr. Junior bleibt der Ausstellungsbesuch über die kompletten zwei Stunden, die wir im Plastinarium verbringen, auch für die Kinder kurzweilig. Sie puzzeln ein Herz zusammen, probieren ein Stethoskop aus, verfolgen ihre Muskelbewegungen an einem digitalen Zwilling und versuchen, die Organe des Menschen richtig anzuordnen.

Restaurant & Café „Wilhelm“
Hegelstraße 1a, 03172 Guben, MI bis SA 11-21 Uhr, SO 11-19 Uhr, Kindergerichte ab 4,50 €

www.wilhelm-guben.de

Unser Tipp: In Guben kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Wer einmal dort ist, sollte unbedingt die Salzgrotte in der Berliner Straße besuchen, das ist gerade für Kinder ein besonderes Erlebnis. Im Stadt- und Industriemuseum am Friedrich-Wilke-Platz kann man in die Stadtgeschichte eintauchen und mehr erfahren über die Textiltradition der Hutstadt. Auch ein Spaziergang in die polnische Nachbarstadt Gubin und bei schönem Wetter auf die Theaterinsel auf der Neiße lohnen sich. 

Plastinarium
Uferstraße 26, 03172 Guben, FR, SA, SO 10-18 Uhr
Kinder unter 7 J. frei
Kinder ab 7 J. 10 €, Erwachsene 12 €

www.plastinarium.de