Pizza daheim

Datum: Dienstag, 26. Mai 2020 14:42

Tipps für entspanntes Homecooking

Viele Familien stehen derzeit Tag für Tag vor der Frage: Was gibt`s heute zum Mittag? Da das Reservoir aus Nudeln mit Tomatensauce, Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Milchreis alsbald erschöpft ist, braucht es hier etwas Kreativität und Inspiration. Daher haben wir auf den kommenden Seiten jede Menge Ratschläge zusammengestellt, wie Sie trotz Corona entspannt und lecker die Zeit des Homecookings bewältigen.
Beziehen Sie wenn möglich die Kinder in die Menüplanung für die kommende Woche mit ein: Was essen sie gern, was wollen sie auf keinen Fall, welches Lieblingsessen ließe sich mal abwandeln? Damit es nicht täglich Nudeln gibt, könnte man sich auf einen Kompromiss einigen: An zwei Tagen pro Woche bestimmen die Kinder, was es zu essen gibt. Beziehen Sie die Kinder aber auch an den anderen Tagen mit ein. Vielleicht können sie die Beilage aussuchen. Vielleicht handhaben Sie es ähnlich wie einige Caterer und Kantinen, indem Sie Motto-Tage machen, z.B. montags Suppe, dienstags Nudeln, Mittwoch Auflauf, Donnerstag Fleisch oder Fisch, Freitag Süßes. Achten Sie bei der Menüplanung auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung.

Wer diese Tipps beherzigt, der kann auch guten Gewissens mal den Wunsch nach Pizza oder Pommes erfüllen. Wenn Sie die Pizza selbst machen, nehmen Sie Vollkornmehl. Fertigteig oder -pizza lässt sich mit frischem Gemüse aufpeppen. Oder es gibt als Beilage Salat. Der kommt zumindest bei größeren Kindern ohnehin besser an als gekochtes Gemüse, ergab eine 2016 veröffentlichte Studie im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: „In der Tat essen Kinder und Jugendliche Gemüse nur bedingt gern. Sehr viel beliebter bei ihnen sind Salatbars“, kommentierte Ernährungswissenschaftlerin Prof. Ulrike Arens-Azevêdo die Ergebnisse 2016 in der lausebande: „Wir haben festgestellt, dass die Schüler, wenn sie sich die Beilagen selbst zusammenstellen können, nach einer Eingewöhnungszeit vermehrt Salat und Rohkost wählen. Stehen solche zur Verfügung, essen die Kinder auch mehr Gemüse, nur eben roh.“

DGE-Empfehlungen für eine gesunde Ernährung

  • Auf den Speiseplan gehören viel Obst und Gemüse.
  • Essen Sie Wurst, Fleisch und Fisch nur 2 bis 3 Mal pro Woche.
  • Ziehen Sie bei Nudeln, Reis, Brot und Mehl die Vollkorn-Variante vor.
  • Bevorzugen Sie Pflanzenöl statt tierischer Fette.
  • Verwenden Sie Salz und Zucker sparsam.
  • Trinken Sie am besten Wasser oder ungesüßten Tee.


Beim Salat kann der Nachwuchs wunderbar helfen: Möhren schälen und raspeln oder Gurke schneiden bekommen schon Kita-Kinder hin. Ohnehin erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder am Essen nicht so viel aussetzen, wenn sie in die Planung und Zubereitung mit einbezogen werden. Vielleicht haben sie Lust, einen Speiseplan für die Woche zu gestalten, der dann gut sichtbar in der Küche hängt. Die Kinder beim Einkaufen mitzunehmen, ist im Moment nicht ganz einfach und auch nicht in allen Läden erwünscht. Aber zumindest auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen ist das auch weiter unkompliziert möglich und für die Kids ohnehin viel spannender. Dort gibt es zudem saisonale und regionale Lebensmittel. Ein Plädoyer für den Einkauf bei Händlern und Produzenten vor Ort haben wir in der Mai- und April-Ausgabe der lausebande veröffentlicht. Dort finden sich auch jede Menge Adressen zu Hofläden und Wochenmärkten in der Region (noch online unter www.lausebande.de).
Wer Kindern die Möglichkeit gibt, eine Mahlzeit aus frisch zubereiteten Lebensmitteln vom Einkauf bis zum Auftragen mitzugestalten, der gibt ihnen wertvolle Erfahrungen mit auf den Weg. Sie lernen die Lebensmittel mit unterschiedlichen Sinnen kennen. Sie lernen, wie sie riechen, aussehen, sich anfühlen und schmecken – einmal roh und einmal verarbeitet. Sie erleben, wie sich viele Zutaten in ein komplettes Menü verwandeln. Insofern ist die ohne Frage stressige Zeit des Homecookings auch eine Chance, sich häufiger gemeinsam in der Küche zu versammeln. Da uns klar ist, dass nicht jede Familie neben Homeoffice und Homeschooling auch noch Zeit hat, stundenlang in der Küche zu stehen, haben wir in einem späteren Kapitel ein paar Tricks zusammengestellt für schnelle, einfache Gerichte. Zuvor gibt es noch Tipps für eine kindgerechte Küche und Hygiene beim Kochen.

Hygiene in der Küche

Hygieneregeln stehen derzeit ohnehin hoch im Kurs. Die braucht es auch in der Küche – unabhängig von der aktuellen Virenlage. Auch hier gilt: gründlich Hände waschen – und zwar vor und nach dem Kochen, sowie vor und nach dem Essen. Lange Haare am besten Zusammenbinden und Ärmel hochkrempeln. Wird rohes Fleisch verarbeitet, sollten Brettchen und Messer nach dem Schneiden nicht mehr für andere Lebensmittel wie Salat oder Obst verwendet werden. Am besten verschieden farbige Brettchen für das Schneiden von Fleisch und Obst/Gemüse nutzen. Glasbrettchen haben den Vorteil, dass beim Schneiden keine Rillen entstehen, dafür stumpfen Messer auf Glas schneller ab. Holzbrettchen sollten für rohes Fleisch nicht genutzt werden, da sie sich nicht so gut reinigen lassen. Und Kunststoffbrettchen sollten spätestens dann durch neue ersetzt werden, wenn sie zu viele Rillen haben, denn dort sammeln sich Bakterien besonders gern. Für Hände und Geschirr zwei verschiedene Handtücher nutzen und diese mindestens ein Mal wöchentlich bei 60 Grad waschen. Schwämme und Lappen regelmäßig reinigen oder austauschen. Generell sollte man rohes Fleisch immer ausreichend durchgaren. Wenn Kleinkinder mitessen, ist das besonders wichtig, da ihr Immunsystem noch anfälliger ist. Daher sollten sie auch besser nicht vom Teig mit rohem Ei naschen. Da Kinder generell gern naschen und das außer bei rohen Lebensmitteln durchaus legitim ist – schließlich muss das Essen ja auch abgeschmeckt werden – sollten Sie auch hier Hygieneregeln beachten: Genascht wird nicht mit den Fingern, sondern mit einem sauberen Löffel, der anschließend in den Abwasch oder die Spülmaschine kommt.