Willkommen Wolf

Datum: Donnerstag, 02. April 2026 16:01


Foto: Axel Gomille

Das Comeback unserer wilden Nachbarn

Kaum eine Tierart und eine Region sind so eng miteinander verbunden, wie der Wolf und die Lausitz. Nach der Ausrottung der Wölfe in Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts gründete vor 26 Jahren das erste Wolfspaar wieder eine Familie auf deutschem Boden. Und dafür suchte es sich die Muskauer Heide in unserer Lausitz aus. Was ein kleiner Schritt für den Wolf war, war ein großer Schritt für den Artenschutz. Denn mit dem Wolf hielt neue Artenvielfalt und Biodiversität zuallererst Einzug in der Lausitz. Von hier aus verbreitete sich der Wolf in den vergangenen Jahren in weiten Teilen Deutschlands. Seit nunmehr 26 Jahren schreibt die Lausitz so an einer einzigartigen Erfolgsgeschichte im Wolfs- und Artenschutz. Als Region mit der größten Wolfsdichte und den meisten Erfahrungen in Deutschland hat sie bis heute einen ganz besonderen Stellenwert.

Mit diesem Titelthema widmen wir uns dem Wildtier, das eine ganze Region verbindet und schauen, warum wir den Wolf brauchen, wie ein Zusammenleben von Mensch und Wolf möglich ist und wie Familien den Wolf in der Lausitz erleben und Kindern nahebringen können.


In den ersten fünf Jahren nach ihrer Rückkehr lebten die Wölfe ausschließlich in Brandenburg und Sachsen. Erst später siedelten sie sich auch in anderen Bundesländern an. Niedersachsen ist inzwischen zwar das Bundesland mit dem größten Wolfsvorkommen, doch bezogen auf die Fläche vereint die Lausitz heute immer noch die höchste Zahl an Wölfen.


Eine Schlüsselart für mehr Natur

Ab 1990 wurde der Wolf in Deutschland streng geschützt und ist seitdem in europaweiten Richtlinien und Abkommen als geschützte Art gelistet – und das nicht ohne Grund. Als zentrale Schlüsselart sichert und fördert der Wolf Stabilität, Vielfalt und Biodiversität in komplexen Ökosystemen – rund 150 Jahre seiner Abwesenheit in Deutschland zeigen erhebliche negative Folgen im Natur- und Waldbild. Unregulierte Reh-, Schalen- und Rotwildbestände und der dementsprechend hohe Pflanzenverbiss verursachen enorme Schäden in unseren ohnehin schon durch den Klimawandel geschwächten Wäldern. Der Wolf reguliert und beeinflusst Wildbestände, sodass Natur- und Waldverjüngung wieder möglich werden – doch sein positiver Effekt geht weit darüber hinaus.

Eine aktuelle schottische Studie zeigt, dass bei einer Population von nur 167 Wölfen in den schottischen Highlands durch Gesundung der Wälder deren CO2-Bindung um 1 Mio. Tonnen pro Jahr zunehmen würde. Der Wolf leistet so einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz – und das Jahr für Jahr. Weitere Studien belegen, dass Wölfe bei der Zunahme von Artenvielfalt, der Eindämmung von Tierseuchen und der Minimierung von Wildunfällen im Straßenverkehr helfen. Indem wir den Wolf schützen, tragen wir also nicht nur zum Natur- und Klimaschutz bei, sondern schützen auch uns selbst.

Zu viele Wölfe? Gibt’s gar nicht!

Im Gegensatz zu Pflanzenfressern ist eine Regulierung der Wolfspopulation nicht nötig. Der Wolf steht an der Spitze der Nahrungskette. Die Größe des Wolfbestandes wird somit durch die Anzahl verfügbarer Territorien, Krankheiten und das Nahrungsangebot auf natürliche Weise reguliert.


Eine Erfolgsgeschichte aus Amerika: Nach Ausrottung der Wölfe und folgender, jahrelanger Überpopulation der Rothirsche kippte das Ökosystem des Yellowstone Nationalparks mit starkem Artenrückgang durch eine abgegraste, monotone Landschaft. Naturschützer entschieden, im Nationalpark wieder Wölfe auszuwildern. Innerhalb weniger Jahre regulierten sie die Hirschbestände und brachten die Natur zurück ins Gleichgewicht. Die Wolfsauswilderung beweist heute als Erfolgsprojekt, wie stark Wölfe ganze Landschaften neu prägen sowie Artenvielfalt und Ökosysteme unterstützen können.



In der Kita „Grashüpfer“ in Spreetal lernen die Kinder einen angstfreien Umgang mit dem Wolf. Erzieherin Sieglinde Ladusch sagt dazu in einer Doku: „Ich kann mich an kein Kind, was bei uns hier in der Kita Neustadt gewesen ist, erinnern, was jetzt nicht in den Wald gehen wollte, weil es panische Angst oder überhaupt Angst vor dem Wolf gehabt hätte.“ Foto: standret

Das Märchen vom bösen Wolf

Durch die Geschichten von Rotkäppchen oder den sieben Geißlein sind wir mit dem Bild vom großen bösen Wolf aufgewachsen. Auch heute sind die Vorurteile und der Hass auf den Wolf noch tief in unserer Gesellschaft verankert. Dabei zeigt gerade die Lausitz, dass der große böse Wolf nur im Märchenwald lebt. Trotz der hohen Wolfsdichte bleiben Begegnungen zwischen Mensch und Wolf eine wahre Seltenheit. Wölfe sind scheue Tiere, die den Kontakt zu Menschen meiden – das belegen selbst aktuelle Studien. Horrorszenarien in sozialen Medien und manch Politiker erwecken einen anderen Eindruck. Tatsächlich kam es in Deutschland in 26 Jahren noch nie zu einem Übergriff von Wölfen auf Menschen, geschweige denn Kindern. Kein Biss, kein Angriff – die Realität liefert tatsächlich eine glatte Null! Selbst der böse Wolf in der Geschichte von Rotkäppchen soll Kindern nicht Angst vor Wölfen machen, sondern in der häufig verkannten Symbolik junge Mädchen vor fremden Männern warnen, von denen im Wald die eigentliche Gefahr ausgeht.

Sogenannte „Problemwölfe“, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten, sind ein menschengemachtes Problem. Durch in der Natur zurückgelassene Essensreste, bewusstes Anfüttern oder wiederholt ungeschützte Weidetiere kommt es bei Wölfen zu unnatürlichem Verhalten wie Aufdringlichkeit gegenüber Menschen oder dem Überwinden von Herdenschutz. Wenn wir den Wolf als wildes Tier so respektieren wie er uns Menschen, können Konflikte vermieden und eine friedliche Koexistenz von Mensch und Wolf erreicht werden. Die Lausitz ist hierfür das beste Beispiel.

Bei einer Wolfsbegegnung gilt:

  • ruhig bleiben
  • wenn nötig: größer machen und laut werden
  • Hunde an die Leine nehmen
  • kein Anfüttern oder Annähern

Dem Wolf auf der Spur

Keine Tier- oder Pflanzenart ist in Deutschland so gut dokumentiert wie der Wolf. Mit Wildtierkameras, Spurensuche, Kotproben, GPS-Tracking durch besenderte Wölfe oder durch die Untersuchung von verstorbenen Tieren werden unsere Wölfe rund um die Uhr erforscht und überwacht. Eine jahrelange Sammlung an Daten und darauf aufbauende wissenschaftliche Arbeiten und Studien zu Fress- und Sozialverhalten, Wanderrouten, Territorien, Genetik und Todesursachen liefern ein so umfangreiches Wissen wie für keine weitere Art. Mit dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Spreetal sowie mehreren ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten leistet die Lausitz dazu einen wichtigen Beitrag.

Wolfssichtungen und verletzte/tote Wölfe können hier gemeldet werden:

Brandenburg

Sachsen



Fotos: Axel Gomille

Schon gewusst? Dreimal spannendes Wolfswissen

Sozialer, als gedacht

Früher glaubte man, in einem Wolfsrudel gäbe es strenge Hierarchien und Rangkämpfe. Heute wissen wir, dass Wölfe in einem harmonischen Familienverband aus Elterntieren und deren Jungwölfen bzw. Welpen leben. Ihr Sozialverhalten ähnelt dem von uns Menschen sehr stark. Die Jungwölfe bleiben 10 Monate bis 2 Jahre bei ihrer Familie und helfen bei der Aufzucht ihrer jüngeren Geschwister. Danach wandern sie in andere geeignete Territorien ab, um eigene Familien zu gründen.

Weiterhin gefährdet

Im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts bewerteten Wissenschaftler und Sachverständige die Wolfspopulation in unserem Land. Das Ergebnis ist klar: laut Wissenschaft sind Wölfe in Deutschland auch heute noch eine gefährdete Art.

Noch viel Luft nach oben

Eigentlich kann unsere deutsche Naturlandschaft laut einer Hochrechnung des Bundesamts für Naturschutz 700 bis 1.400 Wolfsrudeln Heimat bieten. Mit aktuell 262 Rudeln und einer stagnierenden Wolfspopulation sind wir davon weit entfernt.



Tierbabys im Visier: Bundesregierung und Jagdverbände sind sich bereits einig: Besonders die unschuldigen, wehrlosen Wolfswelpen sollen von der nun ermöglichten Jagdzeit ab dem 1. Juli betroffen sein. In manchen Bundesländern ist die Rede davon, 40% der Welpen aus den Familienverbänden zu erschießen. Sie sind ein leichtes Ziel für die Jäger. Foto: Axel Gomille

Wölfe in Gefahr: Abschuss statt Koexistenz

Als Region mit der längsten Wolfshistorie in Deutschland zeigt die Lausitz, dass ein gutes Zusammenleben von Mensch und Wolf möglich ist. Schäfer, die schon seit Jahren Herdenschutz betreiben und diesen stetig verbessern, haben sich mit dem Wolf erfolgreich arrangiert. Klare Regelungen zum Umgang mit dem Wolf vermeiden Konflikte. In der Bundespolitik dominiert beim Wolfsthema leider Populismus. CDU und SPD haben gemeinsam mit der AfD am 5. März für Bejagung und Abschuss des Wolfs statt friedlicher Koexistenz gestimmt. Angeblich sollen sich dadurch Schäden in der Weidetierhaltung verringern. Dabei zeigen zahlreiche Studien aus Europa und den USA, dass eine Wolfsbejagung nur zu mehr Mensch-Wolf-Konflikten sowie mehr toten Weidetieren führt.

26 Jahre erfolgreicher Artenschutz könnten durch die aktuellen Gesetze – die sich gegen Wissenschaft, Recht und den Mehrheitswillen unserer Bevölkerung richten – bald ein Ende haben. Denn der Wolf ist erst der Anfang. Inzwischen wird auch über die Bejagung weiterer konfliktreicher Arten wie Kormoran, Biber, Fischotter und Co. gesprochen. Erstmals seit Jahrzehnten gibt es derart weitreichende Rückschritte im gesamten Natur- und Artenschutz. Der Wolf ist damit nicht nur ein Symbol für die Lausitz, sondern für die Koexistenz von Mensch und Natur in ganz Deutschland.


Herdenschutz funktioniert: Durch Herdenschutzzäune und -hunde haben Weidetierhalter einen Weg gefunden, ihre Tiere vor dem Wolf zu schützen, sodass die Zahl gerissener Weidetiere gerade in der wolfsreichen Lausitz stark zurückgeht. Mit der beschlossenen Wolfsbejagung könnten Konflikte zwischen Mensch und Wolf und auch Weidetierrisse jedoch wieder zunehmen – das bestätigen Studien in vielen Ländern. Foto: Steffen Heiber



Gesicht zeigen für den Wolf: In der gerade im März gestarteten Kampagne zeigen Natur- und Artenschützer gemeinsam mit ethischen Jägern, Sachverständigen, Politikern, Weidetierhaltern und vielen weiteren Akteuren Gesicht für den besonderen Schutz der Art Wolf in unserem Land. Unter #gesichtzeigenfürdenwolf kann die Aktion unterstützt werden.

Bejagung und ihre Folgen

Politiker von CDU, SPD und AfD, die im Bundestag für eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdgesetz gestimmt haben, begründen dies mit dem Schutz für Weidetiere. Ein nachvollziehbarer Blick in die Praxis zeigt, was wirklich passieren wird. Weidetiere können von Wölfen nur dort in großer Zahl gerissen werden, wo Weidetierhalter ihre Tiere nicht ausreichend schützen. Das ist vor allem in Bundesländern der Fall, die sich noch nicht auf den Wolf eingestellt haben.

Wölfe erziehen ihren Nachwuchs im Familienverbund, beide Elterntiere sind für die Welpen und Jungwölfe wichtig. Erleichterte Abschüsse werden dazu führen, dass vermehrt Elterntiere getötet werden. Das setzt unerfahrene Jungwölfe und das übrigbleibende Elterntier unter Druck. Da sie keine Gesetze lesen können, sind auch für diese Wölfe aus unterschiedlichen Gründen – wie fehlender Erfahrung oder erhöhter Druck für die Versorgung der Jungtiere – ungeschützte Weidetiere wiederum eine attraktive, leichte Beute. Genau dadurch entstehen durch Bejagung eher größere Schäden für Weidetierhalter, wie das viele internationale Studien inzwischen belegen. In einigen Bundesländern soll die Bejagung nun sogar den Abschuss der Welpen ermöglichen, die rund fünf Wochen nach der Geburt erstmals den Bau verlassen. So können wolfsfeindliche Jäger ein weiteres Mal in den Familienverbund hineinschießen und Rudel letztendlich ganz zerstören oder vertreiben. Territorien, in denen einst etablierte Rudel nicht mehr vorhanden sind, werden attraktiv für durchziehende Wölfe. Auch das führt in der Regel zu höheren Risszahlen bei ungeschützten Weidetieren als bei einem etablierten Rudel, in dem Elterntiere ihren Jungtieren das übliche Jagdverhalten lehren. Durch Herdenschutz mit der Waffe statt sicheren Zäunen und ausgebildeten Herdenschutzhunden entsteht so ein Teufelskreis, der letztendlich zur Wiederausrottung des Wolfs in unserem Land führen kann.

Die Aktion „Gesicht zeigen für den Wolf“ macht darauf aufmerksam. Hier kann jeder per Like oder Statement unterstützen.






Die Wolfsregion erleben: Touren & Co.

Dem Wolf können Familien in der Lausitz auf ganz unterschiedliche Weise nachspüren. Dabei sei eines gleich vorab gesagt: Es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, einen Wolf in der Natur live zu sehen. Selbst für aktive Wolfs- und Artenschützer bleibt das ein besonderes Erlebnis. Angebote wie geführte Touren zeigen aber, woran man die Anwesenheit von Wölfen erkennt – wie Fährten oder Wolfskot. Hier können Familien Touren buchen:

  • www.wolflandtours.de: Der beste Anbieter für Wolf-erlebnistouren in der Lausitz bietet auch eine individuelle Tagesexkursion für Familien, bei der das Programm kindgerecht gestaltet werden kann. Eltern können auch Tagstouren, ein Wolf-Erlebniswochenende oder ein 3-tägiges Wolfsseminar buchen.
  • www.natur-lausitz.de: Naturführer und -fotograf Karsten Nitsch bietet im Rahmen des Spreecamps in Neustadt/Spree individuelle Wolfstagestouren oder eine ganze Wolferlebniswoche.
  • Google „Wolfsscheune Rietschen“: Die Umweltbildungsstelle Wolf auf dem Erlichthof Rietschen ist Sachsens zentrale Einrichtung zur Umweltbildung rund um den Wolf – mit Ausstellung und zahlreichen kind- und familiengerechten Exkursionen.
  • Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz: Die Ausstellung „Tiere und Pflanzen der Oberlausitz“ beinhaltet einen ausführlichen Einblick in das Leben der Wölfe und umfasst auch präparierte Wölfe.


Zudem kann man Wolfsreviere auch auf Wanderwegen verschiedener Naturparks entdecken. In Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen kann man in der Ausstellung einen präparierten Wolf sehen und per Wanderung oder Radtour ins Wolfsrevier aufbrechen. Wie hier werden auch in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft regelmäßig familiengerechte, geführte Touren angeboten. In der Lieberoser Heide und im Naturparadies Grünhaus an der F60 können Familien auf eigene Faust auf Wolfswanderschaft gehen. In vielen der einstigen Lausitzer Tagebaulandschaften haben sich heute Wolfsrudel etabliert.


Foto: Axel Gomille

Der Wolf ist das größte wildlebende Mitglied der Hundefamilie in Europa. Ein Rudel ist keine „Kampftruppe“, sondern vor allem eine Familiengruppe. Meist bekommen nur die Elterntiere Nachwuchs. Junge Wölfe wandern oft im Alter von ein bis zwei Jahren ab und suchen ein eigenes Revier. Wölfe leben sehr anpassungsfähig: Sie brauchen keine unberührte Wildnis, sondern vor allem genug Beutetiere und ruhige Plätze für die Jungenaufzucht. Zu ihrer natürlichen Nahrung gehören vor allem Rehe, Hirsche und Wildschweine, außerdem kleinere Säugetiere. Wölfe verständigen sich über Körpersprache, Duftmarken und Heulen. Das Heulen dient vor allem dazu, Kontakt zu halten und das Revier anzuzeigen. Wölfe meiden Menschen von Natur aus. In Deutschland steht der Wolf unter Schutz und hat sich seit seiner Rückkehr aus eigener Kraft wieder angesiedelt. Heute gibt es Wolfsvorkommen in vielen Bundesländern, mit einem Schwerpunkt vom Osten bis in den Nordwesten Deutschlands.

Art: Europäischer Grauwolf (Canis lupus lupus)
Gibt es seit: rund 1 Million Jahren, wolfartige Vorfahren schon deutlich länger
In Europa seit: mindestens 400.000 Jahren
In Deutschland ausgerottet: um 1850
Zurück in Deutschland: seit 2000, als in der sächsischen Lausitz wieder Wolfswelpen geboren wurden
Alter: in freier Wildbahn 8-13 Jahre, selten älter
Größe: Schulterhöhe etwa 60 bis 90 Zentimeter
Gewicht: meist 30 bis 50 Kilogramm, Rüden oft schwerer als Fähen
Rudelgröße: meist 5 bis 10 Tiere
Rudelaufbau: Elternpaar, Welpen des Jahres und Jungtiere aus dem Vorjahr


Wissen über Wölfe

Um Kindern nicht nur die Angst vor dem Wolf zu nehmen, sondern ihnen auch ein realistisches Bild vom Wolf zu vermitteln (siehe Interview Seite 66), sollten Eltern neben fiktiven Geschichten zusätzlich auf kindgerechte Sachbücher und Broschüren zurückgreifen, die Wissen spielerisch vermitteln und Einblicke in das Leben unserer Wölfe geben.

Bilder- & Sachbücher

Liz Garton Scanlon: Im Wald der Wölfchen
Eine Geschichte von neugierigen Wolfswelpen – mit Infos rund um den Wolf. (ab 4 Jahren)

Rudyard Kipling: Das Dschungelbuch
Der Kinderbuch-Klassiker porträtiert Wölfe als sozial und fürsorglich. (ab 5 Jahren)

Rachel Bright, Jim Field: Kleiner Wolf in weiter Welt
Das Abenteuer eines mutigen Wolfswelpen, der lernt, Hilfe anzunehmen. (ab 3 Jahren)

Svenja Ernsten: Komm, ich zeige dir die Wölfe
Bilder und Sachtexte geben für Kinder Einblicke in die Welt unserer Wölfe. (ab 4 Jahren)

Kindgerechte Broschüren mit Infos und Anschauungsmaterial rund um den Wolf

NAJUversum: Zum Heulen schön: Der Wolf 

LfULG Sachsen: Entdecke die Welt des Wolfes

Wissen für Große

Zusätzlich sollten sich auch Eltern zum Wolf schlau machen, um ihren Kindern den Wolf vorurteilsfrei näherzubringen. Wir empfehlen folgende Quellen:

Wölfe und Menschen – Wege zur Koexistenz
Der fast zweieinhalbstündige Naturfilm „Wölfe und Menschen – Wege zur Koexistenz“ von Verhaltensbiologe und Wolfsfilmer Sebastian Koerner beleuchtet in beeindruckenden Bildern das Zusammenleben von Wölfen und Menschen in der deutschen Kulturlandschaft. Er gibt Einblicke in die vielfältigen Erfahrungen, die Menschen in den vergangenen 25 Jahren seit der Rückkehr der Wölfe gesammelt haben. Er ist auf YouTube frei verfügbar.
Die geheime Welt der Tiere – Unter Wölfen: Erster von zwei Teilen eines einzigartigen Naturfilms, zu dem über vier Jahre hinweg 150 versteckte Kameras Bilder in der Lausitz gesammelt haben, die als eindrucksvolle Doku die Perspektive der Wölfe zeigen. Verfügbar auf Amazon Prime.

Axel Gomille: Deutschlands wilde Wölfe
In seinem Buch gibt der Zoologe und Fotograf Axel Gomille mit einer Vielzahl an Bildern Einblicke in die Welt der Wölfe, die Wolfsforschung und das Zusammenleben von Mensch und Wolf. Das Buch wurde zum Jahresbeginn 2026 veröffentlicht und kostet 29,99 Euro.

Neela-Medea Löder: Faktencheck
Geballte Fakten zum Wolf auf einer Seite – zusammengestellt von der Autorin dieses Titelthemas.


Das Forschungs-Mitmach-Wolfsportal

Die Senckenberg Gesellschaft zählt zu Deutschlands führenden Forschungsakteuren rund um Natur und Biodiversität. In einem mehrjährigen Projekt hat sie sich insbesondere mit dem Zusammenleben von Mensch und Wolf beschäftigt. Zentrales Ziel ist dabei, Fakten und Wissen über den Wolf zu vermitteln und gerade in Regionen wie der Lausitz unbegründete Ängste zu minimieren und die bislang überwiegende positive Einstellung zur Rückkehr des Wolfs in unsere Natur zu erhalten.
Ergebnis des Projekts ist ein Mitmach-Portal mit vier Bereichen. Ein Informationsbereich hält sehr übersichtlich Fakten u.a. zu Lebensweise, Wölfen in Deutschland und zum Wolfsschutz bereit. Ein weiterer Bereich lädt spielerisch zu einem Quiz ein. Die zwei übrigen Bereiche sind Teil eines wissenschaftlichen Mitmachprojekts. In einer Umfrage geht es um die Einstellungen der Nutzer zu verschiedenen Fragestellungen rund um den Wolf. Die zusammengefassten Ergebnisse dieser Umfrage kann man sich im vierten Bereich, der Datensammlung, anschauen. Das Portal ist gerade frisch veröffentlicht und zum Redaktionsschluss zählte die Umfrage gerade einmal 212 Teilnehmende, von denen 173 eine positive oder sehr positive Einstellung zum Wolf haben. Das Portal ist als langfristiges Wissenschaftsprojekt angelegt, das die Einstellung zum Wolf in unterschiedlichen Regionen und Ländern ermitteln soll – es ist in insgesamt sieben Sprachen verfügbar.

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