
Foto: StockPlanets / istockphoto.com
Meilenstein für die Lausitz: Start der 5-Seen-Kette am 29. Juni
Der Countdown läuft: Bereits seit Mai werden auf der Startseite des Tourismusverbands Lausitzer Seenland die Tage bis zum Start des 5-Seen-Verbunds heruntergezählt. Am 29. Juni ist es soweit. Dann sind fünf Gewässer des Lausitzer Seenlands miteinander über Kanäle und Schleusen verbunden. Die Jahrzehnte alte Vision von der Seenkette ist dann Wirklichkeit. Schon in den 1960er-Jahren, als der letzte Kohlezug den Tagebau Niemtsch – den heutigen Senftenberger See – verließ, entwarf der damals zuständige Landschaftsplaner Otto Rindt eine Skizze für ein künftiges Seenland. Ziemlich genau 60 Jahre später ist aus der Skizze eine Urlaubsregion geworden. Mit der Freigabe des Sedlitzer Sees und drei weiterer Kanäle verbinden sich Ende Juni erstmals die fünf großen Seen: Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See.
Insgesamt können Freizeitkapitäne dann eine Wasserfläche von rund 5.300 Hektar erleben – wahlweise mit dem Motor- oder Segelboot, dem Floß oder Kajak. Damit ist der lange geplante Wandel vom Bergbaurevier zur Seenlandschaft einen großen Schritt weiter. Die entsprechende Infrastruktur an den fünf Seen ist in den vergangenen Jahren geschaffen worden: Rundwege, Hafen, Schiffsanleger, Sanitäranlagen. Hier haben sich LMBV, Kommunen, Landkreise und die beiden Zweckverbände auf sächsischer und brandenburgischer Seite engagiert und beste Voraussetzungen geschaffen. Allein im Mai und Juni dieses Jahres wurden der Hafen und der 160 Meter lange schwimmende Steg am Sedlitzer See eingeweiht, das Umfeld rund um die Landmarke Rostiger Nagel ausgebaut, der dritte Themenspielplatz am Senftenberger See freigegeben. Weitere Investitionen durch die Zweckverbände sind bereits vorbereitet: So soll auf sächsischer Seite ein Fahrgastschiff gebaut werden. Bisher sind zwei Fahrgastschiffe in der Seenkette unterwegs: Die Santa Barbara der Reederei Löwa verbindet in der Sommersaison mehrmals täglich außer montags die Häfen Senftenberg, Großkoschen und Niemtsch auf dem Senftenberger See. Die Wilde Ilse fährt an den Wochenenden über den Großräschener See, ab Anfang Juli gibt es die 2-Seen-Tour mit Fahrt durch den Ilse-Kanal Richtung Sedlitzer See.
Jetzt braucht es weitere private Investitionen von touristischen Anbietern – in Hotels, Gastronomie, Freizeitangebote und Verleihstationen. Der Senftenberger und der Geierswalder See zeigen, wie gut das funktionieren kann. Beide Seen sind mit ihren Verleihstationen ideale Ausgangspunkte für Bootstouren übers Wasser. Einer der größten Anbieter am Senftenberger See ist Expeditours, dort gibt es vom SUP übers Kajak bis zum Segel- und Motorboot fast jedes Gefährt.
Am Geierswalder See hat sich das Südufer zum touristischen Hotspot entwickelt. Neben den BBQ-Donuts von Grill & Chill, die Grillen und Bootstour miteinander verbinden, ist der knapp 20 Meter hohe Leuchtturm von Familie Struthoff nicht nur Wahrzeichen des Seenlandes, sondern auch Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen. 2014 eröffnete der Komplex und wurde seitdem stetig erweitert. Aktuell gehören ein Hotel samt Sauna und Bikinibar, Ferienhäuser, ein Restaurant und ein Eiscafé dazu. Familie Struthoff hat bereits die nächsten Ideen: eine Schwimmsteganlage mit Bootshäusern soll den Komplex um den von Anfang an geplanten Wasserzugang erweitern. Dabei wird es sowohl Bootsliegeplätze für Dauerlieger als auch Kurzliegeplätze für Wasserwanderer geben, die die gastronomischen Einrichtungen des Leuchtturms besuchen möchten. Die Bootshäuser sind für Erlebnisübernachtungen mit Hafen-Feeling gedacht. „Diese Möglichkeit würde unser Angebot an maritimen Zimmern wie das Turmzimmer, die Himmelskoje, die Admiralssuite oder die Möwennester erweitern und unsere Übernachtungsmöglichkeiten um 16-24 Betten erhöhen“, so Geschäftsführerin Heike Struthoff. Aktuell laufen die Planungen, wann die Umsetzung beginnen kann, ist noch unklar und hängt vor allem von den Genehmigungen der zuständigen Behörden ab.
Die Hoffnung ist, dass in den kommenden Jahren weitere Hotels und Angebote entstehen. Der Koschendamm – ein schmales Landstück zwischen Geierswalder und Partwitzer See – ist schon länger im Gespräch für eine Ferienhaussiedlung. Mit Zugang zu gleich zwei Seestränden ist die Lage ideal. Aktuell laufen Gespräche mit einem Investor aus Dresden. Die Bauarbeiten starten frühestens 2027. Für Lausitzer Familien gibt es schon jetzt jede Menge zu entdecken und erleben – sowohl rund um die 5-Seen-Kette als auch an den vielen weiteren Seen der Lausitz – von der idyllischen Naturbadestelle bis zum größten See Sachsens ist alles dabei.

© Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel
5-Seen-Challenge: Mitbaden zum Start der Seenkette
Beim historischen Moment des 5-Seen-Starts können Lausitzer Familien dabei sein. Der Tourismusverband Lausitzer Seenland organisiert am 29. Juni die 5-Seen-Challenge. Die Frage lautet: Welcher See bringt die meisten Menschen zur selben Zeit ins Wasser? An allen fünf Seen gibt es Livemusik, Moderation und Drohnenaufnahmen im Livestream. Die Teilnahme ist kostenfrei, anmelden kann man sich über den QR-Code auf dieser Seite. Alle Wasserratten, die bei der Challenge mitplanschen, nehmen automatisch am Gewinnspiel teil.

Die neue 5-Seen-Kette im Überblick: Wir stellen Routen & Boote für Freizeitkapitäne vor
Mit der offiziellen Freigabe der Seenkette am 29. Juni sind erstmals fünf Seen miteinander verbunden und laden zu mehrtägigen Bootstouren ein. Das Seenland wird somit zum Paradies für Wasserwanderer. Befahren werden können alle Seen und ihre Verbindungen mit Motorbooten, Segelbooten und Kanus. Grundsätzlich sind alle Bootsklassen für das Wasserwandern geeignet, sofern sie die Kanäle problemlos passieren können, wobei die maximal zulässige Fahrzeuglänge 25 Meter und die Breite 5,20 Meter beträgt. Segelboote müssen zudem auf die zulässige Durchfahrtshöhe achten, da Wehre, Brücken und Tunnel nicht überall ausreichend Platz bieten. Außerdem müssen sie ihren Mast legen können, da das Segeln in den Kanälen verboten ist.
Die meisten Sportboote, Hausboote, Flöße und Motorboote, die man am Senftenberger und Geierswalder See ausleihen kann, sind so ausgelegt, dass man mit ihnen die Kanäle passieren kann. Viele der Boote können auch ohne Bootsführerschein gefahren werden. Am Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See gibt es aktuell noch keine Bootsvermietungen. Wichtig für die Routenplanung: Das Boot muss dort zurückgegeben werden, wo es ausgeliehen wurde. Hier sind alle Verleihstationen und Bootscharter im Lausitzer Seenland verlinkt.
Wer zwischendurch rasten oder übernachten will, kann an den gekennzeichneten Marinas und öffentlichen Wasserwanderrastplätzen anlegen, auch mitten auf dem See darf außerhalb geschützter Bereiche übernachtet werden. Außer am Partwitzer See gibt es bereits überall Liegeplätze. Dort allerdings laufen bereits vorbereitend Maßnahmen für einen Schiffsanleger durch den zuständigen Zweckverband. Weitere Anlegestellen im Seenland entstehen in den kommenden Monaten.
Anlegestellen für Gastboote & Wasserwanderer:
- Senftenberger See: Hafencamp Großkoschen, Stadthafen Senftenberg, Seestrand Niemtsch, Steg am Strandhotel Senftenberger See, an der Schleuse Koschener Kanal
- Sedlitzer See: Hafen Sedlitzer Bucht, Anlegestelle am Aussichtsturm Rostiger Nagel, schwimmender Steg nördlich des Rostigen Nagels
- Geierswalder See: Wasserwanderrastplatz an der Südböschung
- Großräschener See: Stadthafen
Das Ankern ist auf allen Seen erlaubt, nicht jedoch in den Kanälen. Wichtig sind der Schutz der Ufervegetation und das Einhalten von Mindestabständen, besonders in Badebereichen und Naturschutzgebieten. Da mitten durch das Seenland die Ländergrenze zwischen Sachsen und Brandenburg verläuft, gelten teils unterschiedliche Regelungen für den Schiffsverkehr. So dürfen Partwitzer und Geierswalder See auch nachts befahren werden, während für die drei Seen auf Brandenburger Seite von 22 bis 5 Uhr Nachtruhe gilt. Auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit unterscheidet sich: in Sachsen sind es bis zu 30 km/h, in Brandenburg bis zu 15 km/h.
Die Seenland-Kanäle
- Der Barbara-Kanal verbindet Geierswalder und Partwitzer See. Die Einfahrt vom Geierswalder See in Richtung Partwitz ist möglich zur halben Stunde und vom Partwitzer See in Richtung Geierswalde zur vollen Stunde, jeweils bis längstens 10 Minuten danach.
- Der Koschener Kanal verbindet Geierswalder und Senftenberger See. Durch seine Länge von einem Kilometer und die Schleuse dauert die Durchfahrt etwa 45 Minuten. Die Durchfahrt ist über eine Ampel geregelt.
- Der Sornoer Kanal verbindet Geierswalder und Sedlitzer See. Hier ist wie am Barabara-Kanal ein zeitlicher Richtungsverkehr vorgesehen.
- Der Rosendorfer Kanal verbindet Partwitzer und Sedlitzer See. Auch hier soll es zeitlichen Richtungsverkehr geben.
- Der Ilse Kanal verbindet Sedlitzer und Großräschener See, hier wird eine Ampel den Durchgangsverkehr regeln.

Das Seenland Lausitz: die schönsten Gewässer jenseits der Seenkette im Kurzportrait
1. Bergheider See
Der Bergheider See bei Lichterfeld verbindet Naturerlebnis, Technikfaszination und Freizeitspaß. Wahrzeichen ist die Förderbrücke F60 am Nordufer. Sie wurde aus dem ehemaligen Tagebau Klettwitz-Nord gesichert, nach seiner Stilllegung folgte die Flutung, seit 2014 darf im Bergheider See gebadet werden. Zu den weiteren Technikwundern am Nordufer gehören das schwimmende Konferenzboot und das autartec-Haus. Ringsum kann man die Natur genießen. So eröffnet sich vom Besucherbergwerk aus ein weiter Blick über das Naturparadies Grünhaus und über den See. Beliebt ist der See nicht nur bei Naturfreunden, Badegästen, Surfern und Seglern, sondern auch bei Musikfans. Jährlich lockt das Feel Festival tausende Besucher an den See.
Größe: 327 Hektar / max. Tiefe: 53 Meter
Flutungsende: 2014 / Touristische Angebote: Besucherbergwerk F 60, Fahrradvermietung
2. Gräbendorfer See
Der Gräbendorfer See zählt zu den ersten vollständig gefluteten Tagebauseen im Lausitzer Seenland. Der Name erinnert an den ehemaligen Ort Gräbendorf, der dem Tagebau weichen musste. Das einstige Braunkohleabbaugebiet wurde bis 2007 mit Wasser aus der Spree gefüllt. Bekannt ist er für seine hervorragende Wasserqualität, feine Sandstrände, den klaren Seegrund und die schwimmenden Ferienhäuser bei Laasow. Ein neun Kilometer langer asphaltierter Rundweg lockt Radfahrer und Skater an. Wassersportler können paddeln, segeln und surfen. Sehr beliebt ist der See auch bei Hobbytauchern: Denn unter der Wasseroberfläche liegen ein versunkener Wald, Fragmente einer versunkenen Stadt und ein Segelboot-Wrack.
Größe: 457 Hektar / max. Tiefe: 55 Meter
Flutungsende: 2006 / Touristische Angebote: Surfbrett-, SUP-Board- und Tretboot-Verleih, geführte Floßfahrten, Fahrradvermietung, Spielplätze, Campingplatz
3. Talsperre Spremberg
Die Talsperre Spremberg ist die einzige große Talsperre Brandenburgs, errichtet wurde sie zwischen 1958 und 1965 zur Regulierung der Spree. Der Stausee liegt zwischen Cottbus und Spremberg und ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet, das mittlerweile über eine gute Infrastruktur und viele Freizeitangebote verfügt. Um das Gewässer führen gut ausgebaute Rad- und Wanderwege, die auch bei Skatern beliebt sind, vor allem der 25 Kilometer lange Rundweg. Besonders bekannt sind die Badestrände in Bagenz und Klein Döbbern, an denen sich auch Campingplätze befinden. Eingebettet in ein Naturschutzgebiet bietet die Talsperre gute Bedingungen für Wassersport, Baden und Naturbeobachtungen.
Größe: 960 Hektar / max. Tiefe: 92 Meter
Touristische Angebote: Surfbrett-, SUP-Board- und Boot-Verleih, Campingplätze, Spielplätze, Minigolf, Fahrradverleih, Volleyballplatz

4. Bärwalder See
Der Bärwalder See ist mit 1.299 Hektar Sachsens größter Binnensee. Er entstand durch die Flutung des ehemaligen Tagebaus Bärwalde, die 2009 abgeschlossen wurde. Heute präsentiert sich der See als Freizeit- und Wassersportrevier mit weitläufigen Stränden, Marinas und einem rund 21 Kilometer langen Seerundweg. Besonders Segler, Kitesurfer und Motorbootfahrer schätzen die guten Windbedingungen. Beliebt sind auch die schwimmenden Ferienhäuser an der Marina Klitten sowie das Fahrgastschiff „Bärwalder Seelust“. Kunstinstallationen, das Landschaftsbauwerk OHR und der nahe Findlingspark Nochten verleihen dem See zusätzlich kulturellen Charme. Der Bärwalder See verbindet Aktivurlaub, Natur und moderne Tourismusangebote auf besondere Weise.
Größe: 1.299 Hektar / max. Tiefe: 58 Meter
Flutungsende: 2008 / Touristische Angebote: Fahrgastschiff, SUP-, Kajak- und Boot-Verleih
5. Halbendorfer See
Der Halbendorfer See gilt als einer der familienfreundlichsten Seen im Lausitzer Seenland. Er entstand aus dem ehemaligen Tagebau Trebendorfer Feld, in dem bis 1969 Braunkohle gefördert wurde. Bereits seit 1982 wird hier gebadet. Der vergleichsweise kleine See bietet einen breiten Sandstrand, Campingplätze und zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Besonders beliebt ist die Wakeboard- und Wasserskianlage Wake and Beach mit dem markanten blauen Barkas mitten auf dem Wasser. Dazu kommen Aquapark, Wasserrutschen, Stand-up-Paddling, Beachvolleyball und Bootsverleih. Familien schätzen die flachen Uferbereiche und die vielfältigen Spiel- und Sportangebote. Damit ist der Halbendorfer See ein echtes Aktivparadies für Groß und Klein.
Größe: 120 Hektar / max. Tiefe: 26 Meter
Freigabe: 1982 / Touristische Angebote: Wakeboard & Wasserski, Aquapark, Wasserrutschen, SUP, Beachvolleyball und Bootsverleih. Spielplätze, Fitnessparcours, Campigplätze, Minigolf
6. Scheibe-See
Der Scheibe-See bei Hoyerswerda entwickelt sich zunehmend zu einem beliebten Freizeit- und Naturraum. Der See ist von weitläufigen Wald- und Heidelandschaften umgeben. Teile des Sees dienen zugleich dem Naturschutz und bieten Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Besonders reizvoll sind die ruhigen Uferbereiche und die naturnahe Atmosphäre. In diesem Jahr ist die Nutzung des Badestrands am Westufer nicht gestattet, da dieser Baustelle ist. Hoyerswerda setzt dort eines seiner großen Strukturwandelprojekte um und lässt den Strand befestigen und eine Landmarke errichten. Trotz Baustelle weiterhin nutzbar ist der beliebte, wegen seiner Steigungen anspruchsvolle Rundweg, der viel von Radfahrern und Skatern genutzt wird.
Größe: 685 Hektar / max. Tiefe: 33 Meter
Flutungsende: 2011 / Touristische Angebote: noch keine

7. Dreiweiberner See
Der Dreiweiberner See bei Lohsa ist besonders bei Familien und Campern beliebt. Der ehemalige Tagebau Dreiweibern wurde bis 2002 geflutet und ist seit 2005 touristisch nutzbar. Zwei breite Sandstrände laden zum Baden ein, während ein acht Kilometer langer Rundweg ideale Bedingungen für Radfahrer, Skater und Läufer bietet. Am Lohsaer Strand befindet sich eine gläserne Pyramide mit Café, Restaurant und einem Schiffsspielplatz für Kinder. Camper genießen vor allem am Nordufer die direkte Seelage mit weitem Blick über das Wasser. Der Dreiweiberner See verbindet entspanntes Badevergnügen mit aktiver Erholung. Im Sommer ist er Kulisse für mehrere Sportevents, darunter der Knappenman-Triathlon.
Größe: 294 Hektar / max. Tiefe: 37 Meter
Flutungsende: 2000 / Touristische Angebote: Campingplatz, Spielplatz, Beach-Volleyballfeld
8. Berzdorfer See
Der Berzdorfer See südlich von Görlitz gehört nicht mehr direkt zum Lausitzer Seenland, ist aber für Lausitzer Familien schnell zu erreichen und ein lohnenswertes Ziel. Der ehemalige Tagebau Berzdorf ist heute ein modernes, gut ausgebautes Freizeit- und Wassersportgebiet. Mit rund 960 Hektar Wasserfläche gehört der See zu den größten Gewässern der Region. Beliebt sind die langen Strände, Segel- und Surfangebote sowie der asphaltierte Rundweg für Radfahrer und Skater. Durch seine Lage nahe der Europastadt Görlitz-Zgorzelec verbindet der See Natur, Sport und städtisches Flair. Neue touristische Angebote und Veranstaltungen sorgen dafür, dass sich der Berzdorfer See stetig weiterentwickelt.
Größe: 960 Hektar / max. Tiefe: 72 Meter
Flutungsende: 2013 / Touristische Angebote: Campingplatz, Fahrradvermietung, Minigolf, Hochseilgarten, Strandkorb- und SUP-Verleih
9. 6-Seen um Guben
Im Nordosten der Lausitz locken nur kleinere Seen, aber dafür gleich sechs: Göhlensee, Pinnower See, Kleinsee, Großsee, Pastlingsee und Deulowitzer See. Wer mag, kann alle sechs Seen mit einer 63 Kilometer langen Rundtour ab Guben erfahren. Einen Fahrradverleih gibt es beispielsweise am Camp Deulo am Deulowitzer See. Wer lieber baden will, der kann sich einen der Naturseen aussuchen. Sie alle haben eine sehr gute Wasserqualität und kleine, feine Naturstrände. Am Ufer und rund um die Seen kann man Wasservögel, Störche und andere Tiere beobachten. Am Pinnower See kann man sich Ruderboote am Campingplatz ausleihen, dort gibt es auch einen Spielplatz. Am Göhlensee kann man eine geführte Floßfahrt buchen.

Blick auf den Cottbuser Ostsee. Foto: Norman Gäbler, LEAG
Ausblick: Diese Seen kommen noch hinzu
Das Seenland ist mittlerweile sehr gut gefüllt, die meisten Seen sind voll und zum Baden und Bootfahren freigegeben. Doch das Seenland wird noch größer. In den kommenden Jahren kommen weitere Gewässer hinzu. Einige Seen stehen kurz vor Flutungsende, so dass eine Freigabe um das Jahr 2030 zu erwarten ist. Der Altdöberner See wird noch geflutet, voraussichtlich nach 2030 wird er für die Nutzung freigegeben. Mit 900 Hektar Wasserfläche gehört er zu den größten Gewässern in der Region. Der Spreetaler See ist bereits voll und soll künftig der See für Motosport werden. Noch allerdings ist er gesperrt, da zuvor einige Bereiche durch die LMBV gesichert werden müssen. Mit einer Freigabe wird erst Mitte der 2030er-Jahre gerechnet. Langfristig soll er ebenfalls an die Seenkette angeschlossen werden. Den dafür nötigen Kanal zum Sabrodter See gibt es bereits. Aber auch dieses Gewässer kann derzeit noch nicht genutzt werden. Wie groß die Seenkette am Ende mal sein wird, lässt sich derzeit nicht sagen. Das hängt vor allem von den Finanzmitteln ab, die Bund und Länder bereit stellen.
Nicht mehr zum Kerngebiet des Seenlands gehört der Ostsee bei Cottbus – mit 1.900 Hektar Wasseroberfläche der größte See Brandenburgs. Voll ist er bereits, seinen Zielwasserstand hat er schon 2024 erreicht. Noch aber steht eine Freigabe für die Nutzung aus – auch hier ist die geotechnische Sicherung durch die LEAG noch nicht abgeschlossen. Langfristig dürften in der Lausitz weitere Tagebauseen hinzukommen. Denn auch Teile der letzten Tagebaue in Jänschwalde, Nochten und Welzow werden nach dem Ende der Kohleförderung mit Wasser aufgefüllt.

Mit dem Rad das Seenland erkunden
Sechs Empfehlungen für familienfreundliche Rundtouren
Senftenberger See: Die lange Tour
Länge: 18 Kilometer
Wegebeschaffenheit: größtenteils asphaltiert, teils gepflastert, überwiegend eben, teilweise unbeschattet
Mit 18 Kilometer ist der Rundweg um den Senftenberger See die längste der hier vorgestellten Touren, bietet aber viel Abwechslung. Von allen Seiten hat man einen guten Blick auf die Naturschutzinsel im See. Das Fahrgastschiff „Santa Barbara" gleitet über den See und bietet bei Bedarf ein Stück des Weges abzukürzen. Ein Abstecher lohnt zum Koschener Kanal, wo man zusehen kann, wie die Boote die Schleuse durchfahren. Zu Pausen laden die Badestrände und Liegewiesen, der Aussichtspunkt „Schiefer Turm“ am Südufer, der Stadthafen und das Hafencamp Großkoschen mit ihren gastronomischen Angeboten sowie mehrere Spielplätze ein.
Geierswalder See: Die abwechslungsreiche Tour
Länge: 16 Kilometer
Wegebeschaffenheit: asphaltiert, eben, überwiegend unbeschattet
Auf dem 16 Kilometer langen Rundweg um den Geierswalder See gibt es für Familien viel zu entdecken: der Aussichtsturm Rostiger Nagel, mehrere Cafés und Restaurants, die schwimmenden Ferienhäuser, ein Spielplatz im Ort Geierswalde. Außerdem werden drei Kanäle überquert. Ein guter Start- und Zielpunkt ist der LeuchtTurm-Komplex mit Restaurant und Eisverkauf.
Halbendorder See: Die kurze Tour
Länge: 6 Kilometer
Wegebeschaffenheit: asphaltiert, überwiegend eben, überwiegend beschattet
Die Tour um den Halbendorfer See ist die kürzeste und für Familien mit Kindern auch die attraktivste. Denn der Seerundweg bietet auf den sechs Kilometern jede Menge Abwechslung: Badestellen sowie die Wakeboard-Anlage samt Aquapark, Cafés, Spielplätze, einen TrimmDichPfad mit 20 Stationen. Ein weiterer Pluspunkt für sommerliche Touren: Der Rundweg ist größtenteils schattig.
Scheibe-See: Die sportliche Tour
Länge: 13 Kilometer
Wegebeschaffenheit: asphaltiert, überwiegend eben, aber auch Gefälle und Anstiege, überwiegend unbeschattet
Der Scheibe-See bei Hoyerswerda ist bei Skatern sehr beliebt, eignet sich aber für eine sportliche Radtour, denn das Streckenprofil ist auf den 13 Kilometern Länge sehr abwechslungsreich. Da einige Wegabschnitte Gefälle und engere Kurven aufweisen, gilt der Seerundweg um den Scheibe-See als der anspruchsvollste im Lausitzer Seenland. Aktuell muss man aufgrund der Großbaustelle am Westufer einen kleinen Umweg fahren. Oberhalb der Baustelle befindet sich ein Spielplatz, am Südufer ein Aussichtspunkt, Einkehrmöglichkeiten gibt es nicht.
Gräbendorfer See: Die naturnahe Tour
Länge: 9 Kilometer
Wegebeschaffenheit: asphaltiert, eben, überwiegend unbeschattet
Wer gerne an kleinen Stränden und in schattigen Buchten baden geht, wird auf der Rundtour rund um den Gräbendorfer See auf seine Kosten kommen und eine geeignete Stelle finden. Das Markenzeichen des Sees ist die markante Vogelschutzinsel, die von einer Möwenkolonie besiedelt ist. Der für Familien gut geeignete asphaltierte Rundweg bietet entspanntes Radeln ohne Stress. Am Campingplatz gibt es einen Spielplatz.

Wahrzeichen & Touristenmagnet: Der LeuchtTurm in Geierswalde. © Leuchtturm-Gastro GmbH
Übernachten & Wohnen im Seenland
Hier entstehen Wohngebiete und Ferienunterkünfte
Im vergangenen Jahr zählte das Lausitzer Seenland fast 800.000 Übernachtungen. Mit dem 5-Seen-Verbund und dem weiteren Ausbau touristischer Angebote dürften die Gästezahlen langfristig steigen. Doch auch für Lausitzer Familien wird das Seenland von Jahr zu Jahr attraktiver. Schon bald ist von fast jedem Ort in der Lausitz ein Strand in weniger als 30 Minuten Fahrtzeit zu erreichen, in den meisten Fällen sogar deutlich schneller.
Damit ist auch das Thema „Wohnen am Wasser“ relevant geworden. In Großräschen hat die Stadt zwei Wohngebiete in Strandnähe erschlossen. Die Nachfrage nach den Eigenheimgrundstücken war so groß, dass nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten. Im Wohngebiet Alma wurde ein weiteres Baugrundstück erschlossen, für das man sich bei der Stadt bewerben kann. Ebenfalls nicht weit entfernt vom See errichtet ein privater Investor den Wohnpark Kleine Seestraße mit Mehrfamilienhäusern und Eigentumswohnungen.
In Senftenberg läuft die Erschließung des Wohnbaustandorts Buchwalder Dreieck am Nordufer des Senftenberger Sees. Hier soll Platz für etwa 60 Eigenheime sein. Voraussichtlich ab Sommer kann man sich bewerben. Da die Stadt mit vielen Interessenten rechnet, hat sie einen Kriterienkatalog aufgestellt. Neben Ortsbezug gehört auch die Kinderzahl dazu. Damit haben Familien gute Chancen – je mehr Kinder, desto höher. Am Sedlitzer See will die Stadt ebenfalls Wohnen in Strandnähe ermöglichen. Dazu gibt es allerding noch keine konkreten Pläne. Das gleiche gilt für den Altdöberner See.
In Hoyerswerda wird es ebenfalls Wohnen am Wasser geben. Das macht ein Stadtratsbeschluss von Ende April möglich. Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda darf am Westufer des Scheibe-Sees drei Mehrfamilienhäuser mit je acht Mietwohnungen bauen. Geschäftsführer Steffen Markgraf: „Die Menschen hat es seit Jahrhunderten immer ans Wasser gezogen. Wir denken, mit dieser Investition auch den Nerv der Menschen in der heutigen Zeit zu treffen und unseren Gebäudebestand mit modernen Bauweisen weiter aufzuwerten.“ Baubeginn ist voraussichtlich 2028.
Am Cottbuser Ostsee sollen ebenfalls Wohnquartiere entstehen. Konkrete Planungen gibt es bisher erst für ein Vorhaben: Die Isahr-Gruppe plant für das Projekt Binnendüne 95 Wohneinheiten, darunter Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die Vermarktung dafür läuft bereits.
Zusätzlich entstehen weitere Unterkünfte für Touristen: unter anderem am Partwitzer See, auf dem Koschendamm und am Geierswalder See unweit des Leuchtturms – das vielleicht schönste Symbol des erfolgreichen Wandels vom Kohlerevier zum Seenland.
„Die Stadt Hoyerswerda hat vor geraumer Zeit mit der Planung des Scheibe-Sees begonnen und jetzt werden erste große Baumaßnahmen sichtbar. Wir wollen uns als kommunales Wohnungsunternehmen an der Entwicklung unseres Haussees ebenfalls aktiv einbringen.“
Steffen Markgraf, Geschäftsführer Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda





