Sind Sie Sauer – oder Base?

Datum: Mittwoch, 17. Juni 2015 06:03

Ernährungsratgeber zum pH-Wert bei Menschen – Teil 1

Der pH-Wert beim Menschen: was bedeutet das eigentlich, wenn man sauer, basisch oder neutral ist?
pH ist die Abkürzung für potentia hydrogenii und steht für die Kraft des Wassserstoffes. Als pH-Wert wird der Verdünnungsgrad der freien Wasserstoffionen, also der Säureträger in der Flüssigkeit, bezeichnet. Auf einer Skala von 0-14 drückt der pH-Wert die unterschiedlichsten Säure-Konzentrationen in der Flüssigkeit aus. Das heisst: je höher der pH-Wert, desto weniger Säure ist enthalten.

Die Messzahlen
Ein kurzer Blick in die Natur: Eines der Probleme in der Natur ist die Übersäuerung der Grün- und Ackerflächen durch den sauren Regen, so beginnt bei einem pH-Wert von 5 abwärts das Fischsterben in Flüssen und Seen. Die pH-Skala definiert von 0-5 die Säuren, bei 6-7 befinden wir uns im neutralen Bereich und von 7-14 werden die Basen gemessen. Mit der Messzahl sind wir mittendrin im Säure-Basen-Haushalt. Sie ist nicht nur für die Natur, sondern auch für die Grundregulation des menschlichen Körpers entscheidend.

Warum ist der pH-Wert wichtig?
Unsere körperchemische Grundregulation wird entscheidend von dem Zusammenspiel von Säuren und Basen bestimmt. Der Mensch ist mit einem pH-Wert von 7,35 seines Blutes ein leicht basisches Wesen. Der Säure-Basen-Haushalt regelt die Atmung, Kreislauf, Verdauung, Ausscheidung, Abwehrkraft, Hormonproduktion und vieles andere. Ist im Körper der pH-Wert richtig geregelt, laufen fast alle biologischen Prozesse korrekt ab. In unserem Körper entstehen in jeder einzelnen Zelle bei der Energiegewinnung Kohlensäure (CO2) und durch die Nahrungsaufnahme und die Verstoffwechselung kommen weitere Säuren dazu. Unser Blut hat einen pH-Wert von 7,35 bis 7,45 und ist damit leicht basisch. Der pH-Wert des Urins hingegen kann schwanken zwischen 4 (bei Erkrankungen) bis 8 bei Babys. Bei Babys kann er teilweise sogar über einem Wert von 8 liegen, was ein Höchstmaß an Gesundheit anzeigt und im weiteren Leben nie wieder erreicht wird. Von Geburt an heisst es nämlich: ab nun gehts bergab, was die pH-Werte der menschlichen Zellen und des Urins angeht. Den Rest des Lebens muss unser Körper dafür sorgen, dass Schwankungen ausgeglichen werden, dafür braucht er Unterstützung.

Das Gleichgewicht
Säuren und Basen müssen im Gleichgewicht gehalten werden! Ein gut funktionierender Säure- und Basenhaushalt (Basen neutralisieren Säuren) kann durch falsche Ernährung aus dem Gleichgewicht geraten und dauerhaft zu Erkrankungen führen.
Im Durchschnitt bestehen nur etwa 20 Prozent unserer Ernährung aus Basenbildnern wie Obst, Gemüse, Salat und Mineralwasser. Doch davon nehmen wir und vor allem auch Kinder meist zu wenig zu sich.

Folgen einer Übersäuerung
Symptome einer chronischen Übersäuerung sind Antriebsschwäche, schnelles Ermüden, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkserkrankungen und Probleme mit der Haut. Bei der Übersäuerung leidet der ganze Organismus, sie kann demzufolge zu ernsten Erkrankungen führen. Die Ursachen liegen eigentlich ganz klar auf der Hand, obwohl sich rein wissenschaftlich auch hier gestritten werden kann. Auch wenn unser Körper in der Lage ist, durch ein Puffersystem den Säure-Basen-Haushalt gut auszugleichen, kann die Regulierung durch falsche Ernährungsweise aus der Bahn geraten. Der Körper schafft es dann nicht mehr allein.Welche Lebensmittel zur Übersäuerung führen und welche weiteren Faktoren noch eine Rolle spielen, erfahren Sie im Teil 2 zu diesem Thema in der nächsten Ausgabe.

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