Teil 7 – Man müsste Klavier (oder ein anderes Instrument) spielen können
Immer wieder erlebe ich in meiner Arbeit ebenso wie in meinem privaten Umfeld wie viel Spaß es den Kindern macht, wenn wir gemeinsam musizieren. Dabei spielt es keine Rolle ob ich meine Gitarre nehme und wir gemeinsam singen oder die Kinder auf verschiedensten Gegenständen selbst Musik dazu machen oder aber auch sie sich auf meinem Keyboard selbst „Musikstückchen“ erfinden. Das wichtigste dabei ist, sich auf seine eigene Art und Weise auszudrücken, den Spaß am gemeinsamen Musizieren zu haben und miteinander im gleichen Takt zu schwingen.
Ein Instrument spielen zu können ist für viele große und kleine Menschen eine schöne Möglichkeit Musik nicht nur zu hören, sondern selbst zu gestalten und sich ihr auf die eigene Art hinzugeben. Für viele Familien und Eltern spielt das Erlernen eines Musikinstrumentes in der Freizeitgestaltung ihrer Kinder neben sportlichen oder anderen Freizeitbeschäftigungen eine wichtige Rolle. Durch das Instrumentalspiel wird nicht nur die musikalische Seite sondern auch andere Fertigkeiten wie z.B die Konzentration und Koordination weiter gefördert. Musikalische Seite? Aber was passiert wenn jemand von sich glaubt völlig unmusikalisch zu sein. Gibt es überhaupt unmusikalische Menschen? Erinnern sie sich einmal an die Zeit, als Ihre Kinder noch sehr klein waren. Kaum konnten sie auf den eigenen Beinen stehen, wackelte der kleine Windelpo beim Erklingen von Musik hin und her oder die kleinen Hände versuchten zu klatschen. Und die Gesichter, wie sie strahlten. In meiner langjährigen Erfahrung kenne ich kein Kind, das sich nicht zur Musik bewegen konnte. Durch lebensgeschichtliche Umstände oder zu hoher Erwartungen an sich selbst kommen Menschen immer wieder zur eigenen irrtümlichen Einschätzung, dass sie unmusikalisch seien.
Aber wie können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern herausfinden, welches Instrument geeignet ist? Für manche Kinder ist der Wunsch nach einem bestimmten Instrument bereits gewachsen. Einerseits durch das familiäre oder soziale Umfeld, wo erste Erfahrungen schon gesammelt wurden bzw. sich das Kind schon selbst ausprobieren konnte, andererseits durch selbst ausgewählte Vorbilder. Die Möglichkeiten der Angebote sind dabei sehr verschieden und die Eltern sind gut beraten sich an verschiedenen Stellen zu informieren und anzusehen. Welche Möglichkeiten gibt es?
- Das Instrumentenkarussel
Beim Instrumentenkarussel haben die Kinder die Möglichkeit verschiedene Instrumente auszuprobieren. Die Anzahl und Auswahl der Instrumente kann von Einrichtung zu Einrichtung verschieden sein und hängt von den vorhandenen Angeboten an Instrumentalunterricht ab. Jedes Instrument wird über einen Zeitraum von 4 Wochen ausprobiert. Die Kinder lernen die Instrumente kennen und erste Schritte auf ihnen zu Spielen. Im Anschluss hat das Kind und die Eltern so die Möglichkeit eine Auswahl zu treffen. - Probeunterricht
Hat sich ein Kind bereits im Vorfeld für ein Instrument entschieden, besteht so die Möglichkeit zum Probeunterricht. Hier besteht so die Chance sich mit dem Instrument auseinanderzusetzen und sich an ersten Schritten mit dem Instrument auszuprobieren. - Musikalische Frühförderung
Je nach Möglichkeit besteht auch bei einigen Angeboten der Musikalischen Frühförderung die Chance sich an einzelnen Instrumenten auszuprobieren und erste kleine Erfahrungen zu sammeln. Dies ist aber kein Muss in der Musikalischen Frühförderung, da der Schwerpunkt dort auf anderen musikalischen Aktivitäten liegt.
Unabhängig für welche Variante sich die Eltern entscheiden, wichtig ist, dass dem Kind das Spielen auf dem ausgewählten Instrument Spaß macht und das Üben zwischen den Unterrichtsstunden Freude bereitet. Müssen die Eltern immer wieder darauf drängen, dass auf dem Instrument gespielt wird, sollte gemeinsam mit dem Kind besprochen werden, woran es aus seiner Sicht liegen könnte. Hier ist es wichtig, sich nicht nur die Meinung des Kindes anzuhören, sondern auch zu akzeptieren.
Ob sich Eltern für eine Musikschule oder für einen Privatlehrer entscheiden ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Meist arbeiten die Musikschulen nach einem festgelegten Zeit- und Lehrplan und lassen nur einen kleinen individuellen Spielraum zu. Bei vielen Privatlehrern besteht die Möglichkeit individueller vorzugehen. Dies bezieht sich ebenso auf die Auswahl der Musiklektüre als auch auf die zeitliche Planung.
Um die Freude beim Musizieren zu erhalten, sollten sich die Eltern verschiedene Angebote ansehen und gemeinsam mit ihrem Kind das passende auswählen. Unabhängig wofür sie sich entscheiden, es besteht immer die Möglichkeit sich um zu entscheiden, es ist keine Entscheidung auf Lebenszeit. Wichtig ist die Freude am Musizieren und dem Instrument. Also viel Spaß beim Ausprobieren und Musizieren!





