
Unfallprävention im Haushalt für Kinder
Wer ein Kind zwischen null und drei Jahren zu Hause hat, der weiß: Die eigene Wohnung wird schnell zur Abenteuerlandschaft. Jede Schublade, jede Ecke und jedes herumliegende Objekt wecken die Neugier. Für Kinder ist dieses Entdecken wichtig, doch genau dabei entstehen die meisten Unfälle. Kleine Kinder können Gefahren noch nicht erkennen oder richtig einschätzen und benötigen deshalb unsere Hilfe und Unterstützung.
Schon in den ersten Monaten beginnt das Erkunden. Babys drehen sich, greifen nach Dingen und rollen plötzlich weiter als erwartet. Später folgen Krabbeln, Hochziehen und die ersten Schritte. Mit jeder neuen Fähigkeit wächst auch der Bewegungsradius und damit die Zahl der möglichen Gefahrenquellen. Was für Erwachsene harmlos wirkt, kann für Kleinkinder schnell gefährlich werden.
Gefahrenquelle: Stürze
Besonders häufig passieren Unfälle durch Stürze. Wickeltische, Betten, Sofas oder Treppen bergen große Risiken. Ein kurzer Moment der Ablenkung genügt oft schon. Treppenschutzgitter, rutschfeste Teppiche und die Regel, Kinder nie unbeaufsichtigt auf erhöhten Flächen liegen zu lassen, sind einfache, aber wirksame Schutzmaßnahmen.
Eine hilfreiche Unterstützung bietet hier die Broschüre „Kindersicher ist kinderleicht“ vom Kinderschutzbund Dortmund und der Stadt Dortmund. Sie zeigt typische Gefahren in verschiedenen Räumen und erklärt, wie sich diese je nach Alter des Kindes verändern. Zum Herunterladen der Broschüre geben Sie bei Google einfach ein: „Tipps zur Kindersicherheit in Ihrem Haushalt“.
Vergiftungen und Haushaltsprodukte
Vergiftungen sind eine weitere große Gefahrenquelle. Putzmittel, Waschmittel, Medikamente oder Kosmetikprodukte sehen für Kinder oft spannend aus. Alles, was nicht in Kinderhände oder -münder gehört, sollte in verschlossenen Schränken aufbewahrt werden. Kindersicherungen an Türen und Schubladen sind hier eine wertvolle Hilfe.
Sicherheit in der Küche
Auch die Küche verdient besondere Aufmerksamkeit. Heiße Töpfe, scharfe Messer oder herunterziehbare Tischdecken können schwere Verletzungen verursachen. Töpfe gehören möglichst auf die hinteren Herdplatten und der Wasserkocher samt Kabel in eine hintere Ecke der Küchentheke. Griffe werden bestenfalls nach hinten gedreht und auf Tischdecken, an denen Kinder ziehen können, sollte besser verzichtet werden.
Vorbereitung ist der beste Schutz
So wichtig technische Hilfsmittel auch sind, sie ersetzen nicht die aufmerksame Begleitung durch Erwachsene. Gleichzeitig sollten Kinder nicht „in Watte gepackt“ werden. Kleine Stürze und das Ausprobieren der eigenen Fähigkeiten gehören zur normalen Entwicklung dazu. Wichtig ist es, schwere Unfälle zu vermeiden und eine sichere Umgebung zum Erkunden und Lernen zu schaffen.
Gut vorbereitet ist man außerdem, wenn man einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind besucht hat. Dieser wird von verschiedenen Hilfsorganisationen oder auch beim Netzwerk Gesunde Kinder angeboten. Im Notfall zu wissen, was zu tun ist, gibt Sicherheit und kann im Ernstfall Leben retten. Unfallprävention bedeutet nicht, Neugier zu bremsen, sondern sie sicher zu begleiten, damit kleine Entdecker gesund groß werden können.
Kontakt & Beratung
Bei weiteren Fragen zum Thema melden Sie sich gerne bei Ihrer Familienpatin/Ihrem Familienpaten, den Regionalkoordinatorinnen der Netzwerke Gesunde Kinder oder besuchen Sie einen der angebotenen Kurse vor Ort.
Text: M. Jarick RNGK OSL Nord / Illustrationen: Makiko





